«Nervös? Nein, das bin ich überhaupt nicht», sagt Anselm Stampfli aus Aeschi und grinst. Wie er so am elterlichen Terrassentisch sitzt, glaubt man ihm das sofort. Anselm Stampfli hat Mitte August seine Lehre als Landwirt abgeschlossen. Er ist der Auserwählte, der an den ersten «AgriSkills», den Berufsmeisterschaften für Landwirtschaft, für den Kanton Solothurn antreten wird. Nur ein einziger Startplatz stand für den Kanton Solothurn zur Verfügung.

Dass gerade Anselm Stampfli als Teilnehmer ausgewählt wurde, kommt nicht von ungefähr: Er schloss die Lehrabschlussprüfung bravourös mit der Jahrgangsbestnote 5,5 ab. Besonders anstrengen musste er sich dafür nicht: «Die Lehre ging mir ziemlich leicht von der Hand, ich musste daher auch nicht besonders viel lernen.»

Für Stampfli war es bereits die zweite Lehrabschlussprüfung, schliesslich hatte er bereits ein eidgenössisches Fähigkeitszeugnis als Landschaftsgärtner im Sack. Seine Zukunft plant er denn auch zweigleisig. «Ich möchte bald einmal den elterlichen Hof übernehmen», so Stampfli. Allerdings wolle er den Gallishof in Aeschi als Nebenerwerbsbetrieb weiterführen und hauptberuflich als Landschaftsgärtner tätig sein.

Von Nervosität nichts zu spüren

Der Jungbauer macht einen entspannten und gelassenen Eindruck. Man merkt ihm an, dass er mit beiden Beinen fest im Leben steht und sich nicht so schnell aus der Ruhe bringen lässt. Schon gar nicht von der Teilnahme an einer Berufsmeisterschaft. Lange hin und her überlegt hat er deshalb nicht, als er von den Verantwortlichen vom Ausbildungszentrum Wallierhof für die Teilnahme an den «AgriSkills» angefragt wurde: «Es war eine schnelle Entscheidung, ich habe sofort zugesagt», so Stampfli.

Anselm Stampfli nimmt an den Berufsmeisterschaften für Landwirtschaft teil. Die «AgriSkills» finden nächste Woche inMoudon VD statt und werden dieses Jahr das erste Mal durchgeführt.

Anselm Stampfli nimmt an den Berufsmeisterschaften für Landwirtschaft teil. Die «AgriSkills» finden nächste Woche inMoudon VD statt und werden dieses Jahr das erste Mal durchgeführt.

Zwischen dem 1. und dem 4. September gibt es für ihn und 35 weitere Lehrabgänger im waadtländischen Moudon verschiedene Aufgaben zu bewältigen, so zum Beispiel Melken, verschiedene Pflanzen identifizieren, Löten oder landwirtschaftliche Maschinen einstellen. «Ich werde mich nicht extra dafür vorbereiten», so Stampfli. Die Prüfungsaufgaben kenne er schliesslich alle von seiner täglichen Arbeit und aus der Lehre.

Zeit zum Büffeln hat Stampfli im Moment sowieso nicht. Er arbeitet gerade am Garten des neuen Einfamilienhauses seines Bruders. Der ist natürlich, wie Stampflis Eltern auch, mächtig stolz auf den 21-Jährigen. Es passt zu Stampfli und seiner lockeren Einstellung, dass er sich kein konkretes Ziel für die Berufsmeisterschaft gesetzt hat. «Keine Ahnung, ob ich es bis ins Finale am Sonntag schaffe. Ich werde am Donnerstag einfach mal hingehen und sehe ja dann, wie weit ich komme.» Der eine oder andere Teilnehmer wird ihn wohl beneiden um diese Gelassenheit. Ein Weltuntergang wird es für den Jungbauern ohnehin nicht, sollte er nicht gut abschneiden. «Selbst dann nicht, wenn ich den letzten Platz belegen würde.»

Hornusserfest

Auch wenn er über seine Freizeitbeschäftigung spricht, das Hornussen in der Hornussergesellschaft Aeschi, gibt sich Stampfli bescheiden. «Ich gehöre sicher nicht zu den besten Spielern, aber auch nicht zu den schlechtesten», sagt er. In erster Linie sei der Sport für ihn reiner Spass.

Ernst gilt es aber dieses Wochenende, wenn in Aeschi das interkantonale Hornusserfest stattfindet. Letztes Wochenende gingen bereits Wettkämpfe auf Verbandsebene über die Bühne. Ein Teil des Festplatzes und die Spielfelder befinden sich auf dem Grundstück der Stampflis. Klar, dass Anselm Stampfli an vorderster Front mit anpackt. Aber genau wie bei den «AgriSkills» lässt er sich auch hier bestimmt nicht aus der Ruhe bringen.