Der Regierungsrat hat Botschaft und Entwurf für den Umbau und die Sanierung des altehrwürdigen Kantonsratssaals verabschiedet. Mit Kosten von 4,8 Mio. Franken (inkl. MwSt.) unterliegt die Vorlage dem fakultativen Referendum. Realisiert wird das Projekt «il discorso» vom Solothurner Architekten Guido Kummer + Partner. Es ging im letzten Jahr von acht eingereichten Projekten als Sieger des selektiven Wettbewerbs hervor (wir berichteten). Es überzeugte bezüglich Gestaltung, Nutzen und Kosten.

Denkmal pflegen

Der Saal wird, unter Berücksichtigung der Nutzerbedürfnisse und der heutigen technischen Standards sowie der Beibehaltung der denkmalpflegerisch wertvollen Gegebenheiten (Brusttäfer muss erhalten bleiben), zum modernen Rats- und Konferenzsaal ausgebaut. In baulicher Hinsicht sind in erster Linie der Kantonsratssaal inklusive Galerien sowie der Vorplatz und das Vorzimmer des Kantonsratssaales betroffen.

Der Kantons- und Regierungsrat soll künftig in ovaler Sitzanordnung Platz nehmen.

Das Siegerprojekt «il discurso»

Der Kantons- und Regierungsrat soll künftig in ovaler Sitzanordnung Platz nehmen.

In technischer Hinsicht sind auch zwei Sitzungszimmer sowie Technikräume und Steigzonen für Gebäudetechnik tangiert. Zudem wird die Statik des Kantonsratssaals gemäss den geltenden Normen verstärkt. Brüchig ist heute vor allem jener Bereich, in dem die SVP-Fraktion sitzt. Ersetzt werden die haustechnischen Anlagen und eine audiovisuelle Anlage mit einer elektronischen Abstimmungsanlage neu eingerichtet.

Mehr Platz zum Aktenstudium

Der Ratssaal wird komplett neu möbliert. Die Anordnung der Sitzreihen erfolgt in ovaler Form. Jeder Sitz im Ratssaal wird neu über einen störungsfreien Zugang, genügend Bein- und Armfreiheit sowie über eine grosse Arbeitsfläche verfügen. «Damit können eine ausgezeichnete Funktionalität und eine optimale Ergonomie an jedem Sitzplatz gewährleistet werden», schreibt die Regierung.

Das Büro des Kantonsrats (Ratsleitung) hat 2003 eine Arbeitsgruppe beauftragt, anlässlich der Verkleinerung des Kantonsrats von 144 auf 100 Ratsmitglieder die Sanierungs- und Umbaumöglichkeit des Saales zu prüfen. Aufgrund des angespannten Staatshaushaltes wurde das Projekt aber auf die lange Bank geschoben. Mit der im Januar 2010 festgestellten mangelhaften Tragkonstruktion wurde das Projekt jedoch unaufschiebbar.

Gebaut werden soll ab April 2012. Dauer: voraussichtlich sieben Monate. Während dieser Zeit müssen drei Kantonsratssessionen ausgelagert werden. Beide finden im Präsidialjahr von Christian Imark (SVP, Fehren) im Schwarzbubenland statt.