Eigentlich hätten die Pläne für die Rückhaltebecken diesen Sommer aufgelegt werden sollen. Dies hoffte zumindest der Vorstand des Gemeindeverbands Limpachkanal. Nun ist aber die weitere Planung der drei Bauten – deren zwei an Zuflüssen und eine am Kanal selber – vorerst auf Eis gelegt worden. Im Detail geht es um folgende Rückhaltebecken: Beim Spitelbach zwischen Rapperswil und Wengi ist ein Damm mit einem Fassungsvermögen von 50000 Kubikmetern vorgesehen. Die Wassermassen des Mülchibachs will man zwischen Etzelkofen und Brunnen-thal mittels des Ausbaus des bereits bestehenden Strassendamms zurückhalten. Hier würde das Fassungsvermögen 45000 Kubikmeter betragen. Zwischen Messen und Balm, also am Limpach selber, soll mit einem entsprechenden Bauwerk die Drosselung der Abflussmenge herbeigeführt und 30000 Kubikmeter Wasser zurückgehalten werden.

Mit diesen Massnahmen hofft man, die bei Hochwasser überflutete Fläche auf rund 30 Hektaren reduzieren zu können. Denn: Allein in den Jahren 2006 und 2007 trat der Limpachkanal nicht weniger als siebenmal über die Ufer. Beim Hochwasser vom August 2007 waren rund 250 Hektaren Landwirtschaftsland teilweise mit bis zu einem halben Meter Wasser bedeckt.

10000 Franken pro Hektare

Wie Verbandspräsident Jakob Kunz (Mülchi) am Montag an der Abgeordnetenversammlung erklärte, hätten die betroffenen Landeigentümer beim Spitelbach grundsätzlich Bereitschaft signalisiert, ihr Land zur Verfügung zu stellen. Als Entschädigung hatte der Verband folgendes Angebot gemacht: eine einmalige Zahlung von 10000 Franken pro Hektare an den Eigentümer und pro Schadenereignis die Vergütung des Kulturausfalls sowie der Entsorgungs- und Aufräumarbeiten.

Mit diesem Angebot auf kein Gehör gestossen sei man dagegen bei den betroffenen Eigentümern beziehungsweise Bewirtschaftern des fraglichen Landes zwischen Messen und Balm. Diese hätten stattdessen einen Realersatz für ihr infrage kommendes Land verlangt und zum anderen darauf gedrängt, dass die Baute kanalabwärts, bei der ARA zwischen Oberramsern und Messen, zu stehen kommen solle. Die Eigentümer am dritten Standort, zwischen Brunnenthal und Etzelkofen, hätten ihr Mitwirken vom Mitmachen der anderen abhängig gemacht.

Kantone: alles oder nichts

Es könne durchaus sein, dass die Rückhaltemassnahmen beim Spitelbach die Lage bei einem Hochwasser bereits derart entschärfte, dass das dafür vorgesehene Land zwischen Balm und Messen gar nicht überflutet würde, sagte Jakob Kunz. Also warum dann nicht einfach nur den Damm beim Spitelbach bauen, wollte der Abgeordnete von Wengi wissen. Gegen diese an sich naheliegende Schlussfolgerung sprechen aber die Finanzen. Die Kantone Bern und Solothurn beteiligen sich zu zwei Dritteln an den Kosten nur, wenn alle drei Bauwerke verwirklicht werden. Sonst fliesst kein Geld. Für Peter Röthlisberger vom planenden Ingenieurbüro sind die gescheiterten Verhandlungen mit den Landeigentümern aber kein Grund, die Flinte ins Korn zu werfen. «Der Standort zwischen Messen und Balm ist nach wie vor geeignet», erklärte er. Aber vielleicht gäbe es auch noch andere mögliche Standorte, entsprechende Abklärungen seien am Laufen. Er sei deshalb zuversichtlich, dass mit der nötigen Geduld doch noch eine einvernehmliche Lösung gefunden werden könne.

Diskussionslos ging der statuarische Teil der Versammlung über die Bühne. Für die zurückgetretenen Vorstandsmitglieder Heinrich Moser, Ueli Mollet und Jakob Kunz wurden neu Daniel Rätz (Ruppoldsried), Urs Fankhauser (Unterramsern) und Jürg Kunz (Mülchi) gewählt; als Präsident amtet neu Andreas Schluep (Balm bei Messen).