Balmberg

«Der Balmberg hätte doch eigentlich Potenzial»

Das Kurhaus wurde für eine Million von der Gläubigerbank übernommen. Oliver menge

Das Kurhaus wurde für eine Million von der Gläubigerbank übernommen. Oliver menge

Keiner will das Kurhaus Balmberg haben, wie es scheint. Niemand ausser der Bank bot Geld für das Kurhaus. Und niemand ausser den Bistro-Betreibern hat Ideen, den Balmberg wieder attraktiver zu machen.

Als Grundpfand-Gläubigerin kam die Raiffeisenbank Mischabel-Matterhorn in St. Niklaus (VS) angesichts des Mangels an Interessenten fast nicht umhin, das Objekt selbst zu erwerben, aber damit anzufangen weiss man im Wallis genauso wenig wie hierzulande (siehe Kasten).

Dabei hätte das Kurhaus auf dem kleinen Solothurner Hausberg durchaus Potenzial, da ist sich Sergio Simili sicher. «Wenn alle zusammen Projekte organisieren – Solothurn Tourismus, Grenchenberge, Weissenstein, Balmberg – dann liesse sich langfristig aus den Solothurner Bergen etwas Besonderes machen», findet der Kulturmanager, der gemeinsam mit Peter Studer und Ueli Wüthrich das «Berg Bistro Balmbärg» im Kurhaus betreibt.

Bistro ist Zwischennutzung

Das Bistro ist freilich nur eine Zwischennutzung, die auf einer Vereinbarung mit dem Konkursamt und der Raiffeisenbank beruht und eigentlich nur noch bis Ende März andauert.

Die drei Betreiber könnten sich aber sehr wohl mit dem Gedanken anfreunden, das Haus auch noch länger zu nutzen. «Die Bank wird das Kurhaus jetzt wohl so schnell wie möglich zu verkaufen versuchen und dabei vermutlich nicht viel Rücksicht auf uns nehmen», vermutet Simili, «aber wenn sie keinen Interessenten finden, dann werden sie um die Einnahmen durch das Bistro sicher froh sein.»

Enttäuscht, nicht überrascht

Froh um das Bistro war in dieser Saison auch Fritz Kurth vom Verwaltungsrat der Sportanlagen Balmberg AG, denn endlich konnten die Ski-Gäste wieder in einer warmen Stube eine Verschnaufpause einlegen, sich hinsetzen und etwas trinken. «Im Vorjahr hatten wir eine Schneebar organisiert, aber da mussten die Leute draussen in der Kälte stehen», so Kurth.

Er hätte sich zwar einen privaten Käufer für das Kurhaus gewünscht, eine solche Entwicklung habe sich jedoch ohnehin nicht abgezeichnet. «Ich bin enttäuscht, aber nicht überrascht», sagt er. Eine Verlängerung der Zwischennutzung durch die Bistro-Betreiber fände er aber ebenfalls eine gute, wenngleich provisorische Lösung.

Und vielleicht vermögen das Bistro und seine Bergpartys ja tatsächlich, den Balmberg wieder attraktiver zu machen. «Alles hat einen Zyklus; es gibt Hochs und Tiefs», weiss Simili. «Vor 18 Jahren war der Landhausquai in Solothurn praktisch ausgestorben, niemand hätte es für möglich gehalten, dass dort ein Restaurant rentieren könnte, und jetzt will jeder ein Stück vom Landhausquai haben. So etwas kann auch auf dem Berg passieren.»

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