Hersiwil

Den Alltag Afrikas mit der Kamera eingefangen

Irma Hediger und Claudio Bähler haben ihre ganz persönlichen Bezüge zu Afrika

Irma Hediger und Claudio Bähler haben ihre ganz persönlichen Bezüge zu Afrika

Die Doppelausstellung von Irma Hediger und Claudio Bähler im NäijereHuus dreht sich mit Bildern und Fotografien um den Kontinent Afrika. Zu sehen sind Stimmungsbilder aus dem Alltag der Menschen.

Die gemeinsame Ausstellung von Irma Hediger und Claudio Bähler beruht auf einer jahrzehntelangen Freundschaft der beiden Familien. In Solothurn geboren, kam der Diplomatensohn über Bangkok mit fünf Jahren nach Südafrika. Die Schulzeit verbrachte er in Ghana. Fasziniert und inspiriert von den Bildern des Vietnamkrieges studierte Claudio Bähler in Fribourg Journalismus. Doch geprägt von den Erlebnissen seiner Jugendzeit in Afrika genügten ihm die theoretischen Aspekte nicht. Also entschloss er sich, das Leben auf dem schwarzen Kontinent als Autodidakt mit der Kamera zu dokumentieren.

Verschiedene Staaten durchstreift

Trotz der täglichen Präsenz von Waffen, ging es ihm nicht um Kriegsberichterstattung. Bähler wollte mit seinen Bildern das tägliche Leben der Bevölkerung wiedergeben und durchstreifte ganz allein verschiedene Staaten. In seiner ersten Ausstellung teilen sich seine Arbeiten (2006/07) in Schwarzweiss- und Farbaufnahmen aus Somalia und Südsudan. Bähler zeigt die ärmlichen Verhältnisse, die täglichen Verrichtungen, aber auch bewaffnete Halbwüchsige als «Local Militia, Kismajo, Somalia». Als Kontrast strahlen die Kleinsten in ihrer Schönheit in Farbe. Sehr eindrücklich und von malerischer Qualität der «Dinka Boy», eingesalbt mit einer Mischung von Lehm und Tierdung gegen Ungeziefer mit speziellem Parfumeffekt.

Die Atmosphäre der schwarzen Bevölkerung kennen gelernt

Irma Hediger beginnt ihre künstlerische Karriere mit 43 als freischaffende Malerin und belegt verschiedene Kurse in Zeichen- und Maltechnik. Nach ersten Gruppenausstellungen im Raum Zürich entstehen in Venedig Maskenbilder und darauf Lithografien. Nach einer ersten Einzelausstellung mit Aquarellen und Kohlenzeichnungen in der Produga Zürich wird sie dort Mitglied. Als ein prägender Einschnitt im Schaffen von Irma Hediger erweist sich ihr Aufenthalt mit eigenem Atelier 1987/8 in Paris im 18. Arrondissement, wo sie die Atmosphäre der schwarzen Bevölkerung kennen lernt. Dies quasi als Vorbereitung zu ihrer sechswöchigen Reise 1992 mit Skizzenblock und Malkasten im Solotrip durch Ghana.

Der Bezug zur Landschaft

Einige Aquarelle und Skizzen sind Bestandteil der Ausstellung. Der Grossteil der Arbeiten hat die in Seengen niedergelassene und im neuen Atelier der Wisa Gloria in Lenzburg arbeitende Künstlerin in den darauf folgenden Jahren in Öl auf Leinwand verarbeitet. Auch Hediger zeigt den Alltag der Bewohner. Dabei kommt der Bezug zur Landschaft und den figurativen Elementen als wesentliches Pendant in ihren Arbeiten stärker zur Geltung als bei den Fotografien. Marktszenen, Feiertage oder die letzte Zigarette stehen den rein landschaftlichen Sujets und Stillleben gegenüber. Mit ihren warmen Farben und Erdtönen trifft Irma Hediger die Atmosphäre des Themas.

Noch bis 16. Oktober: Sa/So 14 bis 17, Mi 15 bis 18 und Fr 18 bis 20 Uhr

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