Im Prozess zum Deckeneinsturz in Gretzenbach mit sieben toten Feuerwehrmännern sind zwei der fünf Angeklagten zu je einer Freiheitsstrafe von 20 Monaten, bedingt auf zwei Jahre, verurteilt worden. Bei den Verurteilten handelt es sich um die beiden Bauherren und früheren Eigentümer der Überbauung «Staldenacker» in Gretzenbach. 

Das Amtsgericht Olten-Gösgen sprach sie der fahrlässigen Tötung, des fahrlässigen Verursachens eines Einsturzes und der fahrlässigen Körperverletzung schuldig. Der Staatsanwalt hatte 22 Monate bedingt für die beiden Männer gefordert, die Verteidigung Freisprüche.

«Verschulden wiegt schwer»

Das Verschulden dieser beiden Angeklagten wiege schwer, sagte Amtsgerichtspräsidentin Eve Berset am Dienstag bei der Eröffnung der Urteile. Sie hätten es unterlassen, die 1990 festgestellte, zu hohe Erdüberschüttung auf der Decke der Tiefgarage abzutragen.

Beim Einsturz der Tiefgarage in Gretzenbach waren am 27. November 2004 sieben Feuerwehrmänner ums Leben gekommen. Sie standen im Einsatz, um einen Autobrand in der unterirdischen Einstellhalle zu löschen. Es ist das bisher grösste Feuerwehrunglück der Schweiz.

Drei Freisprüche

Das Amtsgericht sprach drei weitere Angeklagte von sämtlichen Vorwürfen frei. Es sind dies der Ingenieur, sein Vorgesetzer sowie der Bauleiter. Sie seien sich der Gefahrenlage nicht bewusst gewesen. Der Staatsanwalt hatte für sie bedingte Freiheitsstrafen von 14 bis 18 Monaten gefordert, die Verteidigung Freisprüche.

Beim Strafprozess im Ratssaal des Oltner Stadthauses ging es um die Frage, ob die Angeklagten Handlungen unterliessen, um den drohenden Deckeneinsturz zu verhindern.

Diese Anschuldigungen sind erst in einem Jahr verjährt, also sieben Jahre nach dem Unglück. Dagegen sind die offensichtlichen Baufehler beim Errichten der Überbauung von 1990 längst verjährt.