Jugendfeuerwehr-Meisterschaft
«Das war kein Kinderspiel»

Acht Mannschaften beteiligten sich bei der ersten kantonalen Jugendfeuerwehr-Meisterschaft in Olten. Sie kämpften alle mit grossem Einsatz. Der Sieg ging an Schönenwerd 2.

Nora Bader
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«Das war kein Kinderspiel»

«Das war kein Kinderspiel»

Solothurner Zeitung

Es ging gestern auf der Bifangmatte zackig zu und her. «Hopp Oute», schrie der rund zehnköpfige Fanclub der hiesigen Jugendfeuerwehr aus voller Kehle – und wurde auf der Gitarre von einem weiteren Fan begleitet. Die zwei Gruppen der Jugendfeuerwehr (JFW) Olten gaben unter diesem Ansporn alles, für den Sieg reichte es aber nicht ganz. Erster kantonaler Jugendfeuerwehrmeister wurde die Mannschaft Schönenwerd 2. Die JFW Schönenwerd wird geleitet von Alessandro Klaiber und Stellvertreter Daniel Süss. Sie existiert seit eineinhalb Jahren.

Acht Mannschaften nahmen an der Meisterschaft teil: Drei der JFW Schönenwerd, zwei der JFW Olten und eine der JFW Region Bucheggberg. Ebenfalls beteiligt waren zwei Gastmannschaften aus der JFW Buchberg-Rüdlingen (SH). «Die JFW Kanton Solothurn ist mit der JFW Buchberg-Rüdlingen befreundet», begründete der Leiter der JFW Kanton Solothurn, Thomas Herber. Und da sich nur zwei der sieben Solothurner Jugendfeuerwehren angemeldet hatten, wurden die Schaffhauser eingeladen. Nicht beteiligt waren die Jugendfeuerwehren Grenchen, Luterbach, Weissenstein, Langendorf-Rüttenen sowie Bellach-Lommiswil-Selzach (BeLoSe).

Für Fehler gibt es Strafzeit

Pro Team machten insgesamt sieben bis neun Personen mit: sechs Kämpfer, ein Gruppenführer und allenfalls noch bis zu zwei Ersatzmänner oder -frauen. «In den Jugendfeuerwehren ist der Frauenanteil höher als sonst in der Feuerwehr», berichtete Herber. So seien von den 17 Mitgliedern der JFW Olten 5 weiblich. In der Oltner Feuerwehr sind es deren nur gerade zwei.

Beim Parcours, den alle 80 Teilnehmenden zu bestreiten hatten, wurde die Geschicklichkeit verbunden mit dem Feuerwehrhandwerk getestet. In den ersten fünf Minuten vor dem Start wurde der Parcours abgelaufen und alles bereitgestellt, damit es für jeden passt und alles an seinem Platz liegt. Die Gruppen mussten etwa eine «Schaummulde» durchqueren oder mit Wasser aus dem Schlauch Bälle auf Hindernissen treffen. Seilknoten wurden geknöpft oder sich zu dritt auf Laufskiern in Koordination geübt. «Mir gefällt der Parcours sehr gut», so der 16-jährige Sugeerthan Duraisamy, Mitglied der JFW Olten. «Einerseits wird die Zeit gemessen, andererseits auf Fehler geachtet», erklärte Thomas Herber. Für kleinere Fehler gebe es zehn Sekunden Strafzeit, für grössere zwei Minuten. «Gruppen, bei denen alle Teilnehmer jünger sind, erhielten ausserdem einen Zeitbonus.»

Mit grossem Elan dabei

Die Schweizer JFW-Meisterschaft findet nächstes Jahr auf dem Ifa-Gelände in Balsthal statt. «Die Kantonalmeisterschaft ist ideal, um uns darauf vorzubereiten», erklärt Herber. «Was die Jugendlichen an einer solchen Meisterschaft leisten, ist keinesfalls ein Kinderspiel», bilanzierte er. Und die Jungfeuerwehrler hätten einen Elan, der mancher von der Feuerwehr nicht aufbringe, schmunzelte er.