Diesen präsentierte Peter Portmann, Leiter Projektmanagement Kreis II, am Freitagabend den Mitgliedern des Verkehrs-Clubs Schweiz (VCS) im «Gleis 13» in Olten. Portmann arbeitet seit 2002 beim AVT. Und: Der Netzplan Velo ist derzeit noch eine amtsinterne Angelegenheit des AVT. Ziel ist es, das Richtplanverfahren nächstes Jahr in die Vernehmlassung zu geben.

Velonetz gewünscht

«Es gibt kein übergeordnetes Velonetz im Kanton Solothurn», begründete Portmann die Ausgangslage für den Netzplan Velo. Wanderwege sind im kantonalen Richtplan integriert. «Es fehlen aber die restlichen SchweizMobil-Routen für Velofahrer, Skater, Mountainbiker oder Kanufahrer.» Ein Ziel des Netzplans Velo ist es, die Sicherheit und Attraktivität des Velofahrens im ganzen Kanton zu gewährleisten. Der Kanton Solothurn soll das Leitbild des Bundes mit eigenständiger Mobilitätsform Langsamverkehr anerkennen.

Ein weiteres Ziel des Netzplans Velo ist es, den Veloverkehr umzulagern. Auch im Sinne der Nachhaltigkeit soll der Netzplan Velo seine Funktion erfüllen und etwa eine Alternative zu öffentlichem Verkehr und motorisiertem Individualverkehr bieten.

«Diese Ziele können erreicht werden, unter anderem durch Signalisation und Markierung der Velorouten, durch ergänzende Infrastrukturen wie Abstellplätze, Duschen am Arbeitsplatz, technische Entwicklung der Veloindustrie etc.», wie Portmann erläuterte.

Alltags- und Freizeitverkehr

Beim Veloverkehr unterscheidet man zwischen Alltags- und Freizeitverkehr. Beim Alltagsnetz steht der Weg zum Ziel im Vordergrund, beim Freizeitnetz ist der Weg das Ziel. Zum Alltagsnetz gehören vor allem Kantonsstrassen. Diese sollen sicher und veloverträglich sein oder es an kritischen Stellen werden. Dort, wo Velofahrer nicht das Basisnetz benutzen können (beispielsweise Westtangente Solothurn), zeigt der Netzplan Velo Alternativstrecken abseits von Kantonsstrassen auf.

Mehr Möglichkeiten für Velofahrer sind unter anderem auch in Olten auf der Strecke Unterführungsstrasse bis Ziegelfeldstrasse vorgesehen. «Hier ist das Velofahren gefährlich.» So schlägt der Netzplan Velo denn eine Alternativstrecke via alte Aarauerstrasse-Holzbrücke- Altstadt -Solothurnerstrasse vor. «Das wäre eine sicherere Route», so Portmann.

Die «AareLand»-Route optimieren

«Das Freizeitnetz (SchweizMobil) beinhaltet ruhige, sichere und attraktive Wege möglichst abseits von Autostrassen», zeigte Portmann weiter auf. Es erschliesst sozusagen attraktive Landschaftsräume und Naherholungsgebiete und ist verknüpft mit dem öffentlichen Verkehr. «Die Entwicklung der Freizeitrouten von SchweizMobil geht stets weiter», so Portmann. Denn die heutigen Routen seien noch nicht immer ideal. Etwa die «AareLand»-Route, die verlaufe nicht immer der Aare entlang, wie es der Name vermuten lasse. «Das können wir noch optimieren.»

Parallel zum Netzplan Velo liegt ein Erläuterungsbericht vor, der darüber aufklärt, welche sogenannten Verkehrsführungsalternativen es gibt. Im Mischverkehr wird es etwa dann kritisch, wenn eine Strasse weniger breit als acht Meter ist. Verschiedene Ergänzungsrouten werden stets in Erwägung gezogen mit dem Ziel, in den SchweizMobil-Routen aufgenommen zu werden.

Kritische Stellen sind Lichtsignalanlagen und Kreisel, wie Portmann berichtete. Dort besteht oft Handlungsbedarf. «Aus dem Raum Olten gehen derzeit am meisten Reklamationen in Sachen Veloverkehr beim Amt für Verkehr und Tiefbau ein», antwortete Peter Portmann auf die Frage, wo das Velofahren am gefährlichsten sei im Kanton Solothurn. «Hier besteht unbestritten grosser Handlungsbedarf», so Portmann. Wer Anregungen betreffend Veloverkehr hat, setzt sich am besten mit der entsprechenden Gemeinde- oder Stadtbehörde in Verbindung.