Lüterkofen-Ichertswil
Das Steuerparadies Lüterkofen-Ichertswil muss mit den Steuern stark rauf

Vor sechs Jahren ermöglichte ein potenter Zuzüger Lüterkofen-Ichertswil, die Steuern auf einen Schlag um 30 Prozentpunkte auf 85 Prozent zu senken. Das Steuerparadies ist nun Geschichte: Die Pflegefinanzierung zwingt die Gemeinde zur Steuererhöhung.

Gundi Klemm
Merken
Drucken
Teilen
Immer noch eine ländliche Idylle, aber nicht mehr eine so grosse Steuer-Idylle:

Immer noch eine ländliche Idylle, aber nicht mehr eine so grosse Steuer-Idylle:

ark

Bis jetzt zahlen die Einwohnerinnen und Einwohner von Lüterkofen-Ichertswil ihre Abgaben gemäss Steuerfuss von 85 Prozent und geniessen das Privileg, ihren Wohnsitz in einer der steuergünstigsten Gemeinden im Kanton zu haben. Das ist aber bald Geschichte: Für die Fülle der Aufgaben, darunter auch für die vieldiskutierte, neue Pflegefinanzierung in Höhe von 58700 Franken reichen die 2012 erwarteten Steuern von 2,71 Millionen Franken nicht mehr aus.

Souverän hat das letzte Wort

«Mit einem Ansatz von 100 Prozent wäre unsere Rechnung aber ausgeglichen», gab Heinz Ochsner als «Finanzminister» zu bedenken. In einer vorherigen Vernehmlassung hatten sich alle Parteien für 95 Prozent ausgesprochen und nehmen damit ein Defizit in der im Aufwand auf 4.75 Millionen bezifferten Laufenden Rechnung von 143000 Franken in Kauf. Eingerechnet sind Spezialfinanzierungen für Wasser, Abwasser und Abfall.

Mit 4 Ja-Stimmen und einer Enthaltung setzte der Rat den Steuerfuss auf 98 Prozent, was immer noch zu einem Minus im Voranschlag von 63 000 Franken führt. «Unser Eigenkapital, das sich auf rund 300 000 Franken beläuft, ist dann schnell aufgebraucht», betonte nochmals Ochsner. Gemeindepräsident Roger Siegenthaler verwies auf mögliche Landverkäufe in der Gemeinde, die sich bei den Einnahmen wieder günstig auswirken dürften.

Der Souverän wird sich an der Gemeindeversammlung am 5. Dezember nochmals mit der Höhe des Steuerfusses beschäftigen.