Hessigkofen
Das Schulhaus wird für 750'000 Franken verkauft

Das Hessigkofer Schulhaus hat einen neuen Eigentümer. Mit 41 zu 5 Stimmen bei 2 Enthaltungen hat die Gemeindeversammlung am Samstag beschlossen, das Schulhaus an Orlando Gehrig für 750000 Franken zu verkaufen.

Daniel Rohrbach
Merken
Drucken
Teilen
Nicht nur das Schulhaus, sondern auch 40 Aren Umschwung wechselten den Besitzer. urs lindt

Nicht nur das Schulhaus, sondern auch 40 Aren Umschwung wechselten den Besitzer. urs lindt

Solothurner Zeitung

Gehrig plant, das Obergeschoss als Wohnraum zu nutzen. Im Erdgeschoss soll Raum für stilles Gewerbe entstehen, wie Gehrig vor der Gemeindeversammlung darlegte.

Konkrete Vorstellungen, aus welcher Branche das Gewerbe stammen wird, habe er allerdings noch nicht. Dazu werde nun eine Machbarkeitsstudie erarbeitet. Mit dem Schulhaus erwirbt Gehrig auch ein Areal von rund 40 Aren Grösse. Darauf befinden sich der Hartplatz und der Naturgarten. Weiterhin in Eigentum der Gemeinde bleibt dagegen der Sportplatz.

«Sachen, die es nicht mehr gibt»

Als direkte Folge aus dem Verkauf nahmen die Anwesenden zwei Anträge aus der Versammlung an. So muss der Gemeinderat ein Grobkonzept vorlegen das aufzeigt, welche «sozialen Infrastrukturen» die Gemeinde künftig unterhalten will, zudem soll die Gemeinde «Ersatzmassnahmen schaffen, für Sachen die es in Hessigkofen nicht mehr gibt».

Wie Gemeindepräsident Thomas Steiner erklärte, hat sich der Gemeinderat dahin gehend schon Gedanken gemacht. So nannte er folgenden Projekte, die man eventuell in Angriff nehmen könnte: Renovation des alten Schulhauses, Errichtung eines Begegnungsplatzes beim Weiher, Erstellen eines Jugendtreffs und einer Bikestation.

Im Weiteren sei auch eine allfällige Steuersenkung in Betracht zu ziehen. Denn schon vor dem Verkauf des Schulhauses war es um die Finanzen von Hessigkofen gut bestellt. Dies zeigt der Blick auf den letztjährigen Abschluss. So schliesst die laufende Rechnung mit einem Ertragsüberschuss von 230386 Franken ab. Im Budget rechnete man noch mit einem Defizit von 10382 Franken. Der Hauptgrund für den erzielten Mehrertrag liegt beim Verkauf der Elektra an die Gebnet AG. Der dabei realisierte Buchgewinn von rund 170000 Franken war im Budget nicht vorgesehen. Zudem waren die Steuereinnahmen um fast 70000 Franken höher als budgetiert.

Im Juni 2012 wird über Fusion abgestimmt

Die Investitionsrechnung schliesst mit Nettoinvestitionen von 252414 Franken. Dabei handelt es sich vollumfänglich um den Betrag, den die Gemeinde letztes Jahr an die neuen Schulanlagen im Bucheggberg zu bezahlen hatte. Einstimmig folgte die Gemeindeversammlung dem Antrag des Gemeinderats, mit dem Ertragsüberschuss zusätzliche Abschreibungen zu tätigen, eine Vorfinanzierung für die Schulanlagen Bucheggberg A3 zu bilden sowie den Rest von 162348 Franken dem Eigenkapital zuzuschlagen. Diese beträgt neue rund eine halbe Millionen Franken, das Pro-Kopf-Vermögen 2133 Franken.

Im Weiteren orientierte Thomas Steiner über den Fahrplan der möglichen Fusion im unteren Bucheggberg. Die Gemeindeversammlungen sollen im Juni 2012 über die Fusionen befinden. Gibt es grünes Licht, erfolgt die Urnenabstimmung im darauffolgenden September. Er wolle heute keine Diskussion über die Fusion, erklärte Steiner. Was jedoch nicht verhindern konnte, dass aus der Versammlung einige kritische Voten kamen.