Zugunglück
Das grosse Aufräumen nach der Kollision

Entgegen ersten Befürchtungen hat er sich der Lokführer bei der Zugskollision vor Olten weit weniger schlimm verletzt als ursprünglich angenommen. Auch der zweite Verletzte, ein Passagier, konnte das Spital bereits wieder verlassen.

Urs Huber
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Schwebend abtransportiert: Der Waggon, welcher unmittelbar hinter der Lok des Zugs aus Basel platziert war. hr. aeschbacher

Schwebend abtransportiert: Der Waggon, welcher unmittelbar hinter der Lok des Zugs aus Basel platziert war. hr. aeschbacher

Oltner Tagblatt

Das Positive vorweg: Glück im Unglück für SBB und die total 28 Passagiere, welche am Donnerstagabend, knapp vor 18 Uhr in die Streifkollision zweier Zugkompositionen unmittelbar vor der Einfahrt in den Bahnhof Olten involviert waren: Entgegen ersten Befürchtungen hat sich der eine Lokführer weit weniger schlimm verletzt als ursprünglich angenommen. Seine Entlassung aus dem Spital sei absehbar, wie Urs Eggenschwiler, Sprecher der Polizei Kanton Solothurn, auf Anfrage erklärte. Und der zweite Verletzte, ein Passagier, habe das Spital noch am Donnerstagabend wieder verlassen können.

Unfallursache – noch im Dunkeln

Die Unfallursache selbst sei noch nicht eruiert, wie SBB-Sprecher Daniele Pallecchi gestern ausführte. Hingegen rechne man damit, bis gegen 15 Uhr via Nebengeleise die Verbindung Olten–Basel–Olten zumindest teilweise wieder in Betrieb nehmen zu können. «Das würde die Situation schon merklich entspannen», so der Mediensprecher weiter. Von einem Vollbetrieb dagegen sei man noch weit entfernt. Die Aufräumarbeiten verliefen jedoch planmässig und hätten noch in der Nacht auf gestern Freitag zügig aufgenommen werden können. Mit zwei Kränen mussten die stark beschädigten Waggons und die rotfarbene Re 4/4 des Regionalzuges aus Basel angehoben und quasi schwebend aus dem Unfallgebiet entfernt werden. Die Gefährte waren so deformiert, dass sie sich nicht auf dem Gleis rollend wegtransportieren liessen, wie Schaulustige am Tag nach der Streifkollision unschwer feststellen konnten. «Wir gehen von einem hohen Sachschaden aus», so der Mediensprecher. Schäden seien an Lok, Waggons, der Weiche, den Kabelschächten entlang dem Gleis und auch an der Fahrleitung entstanden. Inwiefern auch die Gleise versteckten Schaden genommen haben, werden Abklärungen noch zeigen müssen», wie Pallecchi ausführte.

Die Streifkollision und die damit verbundene Sperrung der Bahnverbindung Olten–Basel–Olten brachten den betroffenen Zugreisenden im Fernverkehr verlängerte Reisezeiten von bis zu einer halben Stunde. «Die SBB hatten auf den Bahnhöfen rund um Olten mehr als 100 Kundenlenker im Einsatz», so Pallecchi. Umleitungen und verlängerte Reisezeiten seien von den Kunden gut angenommen worden. Eine kleine Besonderheit gabs für Züge von Bern nach Basel. Diese wurden in Däniken quasi via Spitzkehre über das freie Gleis nach Basel geführt.

S-Bahn-Züge fallen aus

Trotz erfolgter Teilöffnung der Strecke Olten–Basel–Olten ab 15 Uhr fallen die S-Bahn-Züge S3 zwischen Tecknau und Olten sowie die S-BahnZüge S9 zwischen Sissach und Olten weiter aus. Es verkehren Bahnersatzbusse ab Olten (Abfahrtszeiten xx:15 /xx:30/xx:50)–Läufelfingen–Sissach und in umgekehrter Richtung ab Sissach (Abfahrtszeiten xx:10/xx:35/xx: 55)–Läufelfingen–Olten.

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