Eigentlich zähle Kauf und Verwaltung von Liegenschaften nicht zu den Kernaufgaben des Gemeinderates, argumentierte Ratsmitglied Thomas Studer. Doch um die bestehende Bausubstanz im Dorf zu sichern, sei die Übernahme von Wohnhaus und Ökonomiegebäude Dorfstrasse 21 zu begrüssen. Dieser Sicht stimmte Bauverwalter Thomas Leimer, der die Liegenschaft fachlich ausführlich begutachtet hatte, mit Genugtuung zu. Denn: «Im Sinn unseres Ortsbildes sollten wir diese Chance ergreifen und Gutes daraus entstehen lassen, um den Dorfcharakter zu erhalten.»

Als Präsident der Finanzkommission fügte Christoph Scholl an, dass das Gesamtpaket mitsamt dem danebenliegenden Grundstück (GB 4814) attraktiv für die Gemeinde sei. Denn dafür habe der bisherige Eigentümer bereits ein auf fünf Jahre laufendes Vorkaufsrecht eingeräumt. Zudem sei die Gemeinde jetzt bezüglich Eigenmitteln genügend liquide für den Erwerb von GB 1988. Mit 10:1 stimmte der Rat dem Antrag zu, um die Liegenschaft jetzt bei einem Kredit von 350000 Franken zu erwerben. Mit der Grundeigentümer-Erbengemeinschaft wird für Kauf und Kaufrecht an beiden Objekten ein Vertrag abgeschlossen.

Schönes daraus entstehen lassen

Wie andere Gemeinden auch, so beschäftigt sich Selzach mit Angeboten fürs «Wohnen im Alter». Erworben für diesen Zweck haben Einwohner- und Bürgergemeinde gemeinsam das «Bielihaus» an der Dorfstrasse 31. Namens der Arbeitsgruppe «Attraktive Gemeinde für alle» orientierte Gemeinderätin Franziska Grab über den Stand der Planungen, welche die Projekte Alterswohnungen und Dorfpark sowie ein Verkehrskonzept umfassen.

«Wir wollen jetzt vorwärtsmachen», betonte Grab mit Blick auf die aus Vertretungen der Bürgergemeinde, der Kirchgemeinden und der Einwohnergemeinde zusammengesetzte Arbeitsgruppe. Gemeindepräsident Viktor Stüdeli skizzierte die nächsten Schritte, die in der Gründung einer Trägerschaft für «Wohnen im Alter» – vermutlich in Form einer subventionsberechtigten Genossenschaft – bestünden. Denn erst dieser möglichst breit abgestützte und mit viel «Know-how» ausgestattete «Rechtskörper» könne dann als Auftraggeber für das Umbauprogramm auftreten. Zahlreiche Interessenten an altersgerechten Wohnungen in Selzach sind, so Stüdeli, bereits vorhanden. Der Gemeinderat, der auch kurz den Einbezug der Neuerwerbung Dorfstrasse 21 ins Programm «Wohnen im Alter» streifte, bestätigte einstimmig die fachliche Begleitung (Grössenordnung 8500 bis 12000 Franken) durch Reinhard Hänggi (Solothurn), der als Organisations- und Projektentwickler anerkannte Erfahrungen auf diesem Gebiet mitbringt.

Spitex-Restvermögen

Die Wege in der ambulanten häuslichen Pflege Spitex von Lommiswil und Selzach – früher verbunden durch einen gemeinsamen Spitex-Verein – haben sich getrennt. Selzach nimmt die Dienstleistungen der Spitex-Organisation Aare-Nord in Anspruch, Lommiswil hat sich der benachbarten Spitex Langendorf-Oberdorf angeschlossen. Der noch bestehende Verein steht laut Präsident Peter Brudermann vor der Auflösung. Nun sei zu bestimmen, wie mit dem Restvermögen von rund 40000 Franken umgegangen werde.

Stüdeli machte geltend, dass eigentlich wegen der geleisteten Defizitdeckung der Jahresrechnungen des Vereins beide beteiligten Kommunen Anspruch auf das Restkapital hätten. Man werde sich mit dem Gemeinderat Lommiswil in Verbindung setzen, um sich in einer möglichen Aufteilung des verbliebenen Vermögens gemäss Einwohner-/Mitgliederzahl (Vorschlag: Zweidrittel Selzach, ein Drittel Lommiswil) abzustimmen. Der frühere Spitexvereins-Rechnungsführer Manfred Scholl wird als Selzacher Gemeindevertreter in den Vereinsvorstand delegiert.