Bellach
Bus muss wegen Bahnhof neue Schleifen drehen

Weil der Bahnhof in Bellach 2013 verschoben wird, muss die Buslinie verändert werden. Die Strecke soll künftig nicht mehr über die Bielstrasse führen, sondern ins Grederhof-Gebiet.

Rahel Meier
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Das Begehren von Bellach, das Gebiet Grederhof Ost teilweise einzuzonen, wurde abgelehnt. rm

Das Begehren von Bellach, das Gebiet Grederhof Ost teilweise einzuzonen, wurde abgelehnt. rm

Solothurner Zeitung

Voraussichtlich im Jahr 2013 soll der Bahnhof in Bellach vom heutigen Standort in Richtung Grederhof verschoben werden. Der Bund hat diese Massnahme im Rahmen des Agglomerationsprojektes als Massnahme mit Priorität A ausgewiesen, mit der Auflage, dass die Bahnhaltestelle ans Busnetz angebunden wird. Deshalb wurden in einer Studie mehrere Varianten untersucht, wie Bahn und Bus künftig miteinander verknüpft werden könnten. Neue Angebote wurden ebenso angesehen, wie der Ausbau von bisherigen Linien. Als am Sinnvollsten hat sich schliesslich eine Schlaufenfahrt mit der heute bestehenden Buslinie 2 Bellach – Solothurn – Kriegstetten/Zielebach (siehe Kasten «die untersuchten Varianten») erwiesen. Neu soll die Linie 2 statt wie bisher via Bielstrasse in das südlich gelegene Grederhof-Gebiet fahren. Damit ergeben sich laut einem Expertenbericht auch die besten Anschlüsse sowohl in Richtung Grenchen/Biel, als auch nach Solothurn und Olten.

Ein Fahrzeug mehr

Mit der geplanten Schlaufe würden sich allerdings die Fahrzeiten des Busses verlängern. Deshalb müsste mit dieser Lösung ein zusätzliches Fahrzeug eingesetzt werden. Damit würden sich höhere Kosten und Mehrabgeltungen der öffentlichen Hand ergeben. Der Bericht zeigt allerdings auf, dass auch bei allen anderen untersuchten Varianten ein Bus mehr eingesetzt werden müsste.

Die untersuchten Variante

• Variante 1: Zusätzliche Schlaufenfahrt mit der BSU-Linie 2 oder 3 zur neuen Bahnhaltestelle (bestehende Linien);
• Variante 2: Ortsbus Bellach ohne Konkurrenzierung der BSU-Linien 2 und 3 (neue Linie);
• Variante 3: Tangentiallinie Bellach– Langendorf–Rüttenen (neue Linie);
• Variante 4: Betriebliche Verknüpfung der BSU-Linie 2 und der BGU-Linie 32 in Lommiswil;
• Variante 5: Verlängerung der BSU-Linie 5/7 Herzogenbuchsee–Solothurn nach Bellach;
• Variante 6: Entwicklung allenfalls neuer, bisher noch nicht angedachter Lösungsansätze. (rm)

Das zusätzliche Fahrzeug würde dafür eine Verlängerung der Linie ermöglichen. Die Experten schlagen vor, die Linie am heutigen Endhalt in Bellach zu splitten und alternierend nach Lommiswil und Langendorf weiterzuziehen. Mit dem ersten Ast könnten die Schülertransporte Lommiswil–Bellach in den öffentlichen Verkehr integriert werden. Damit könnte ein lange gehegter Wunsch der Gemeinde Lommiswil endlich erfüllt werden. Mit dem anderen Ast könnten die Einkaufsschwerpunkte in Langendorf von Bellach her besser erreicht werden.

Strasse ins Nichts bauen?

Unterschiedliche Auffassungen bestanden bezüglich der genauen Linienführung der geplanten Schlaufenfahrt in Bellach. Aus diesem Grund wurde eine Teilrevision der Ortsplanung im Gebiet Grederhof Ost ausgearbeitet und beim Amt für Raumplanung (ARP) Antrag gestellt, das Gebiet teilweise einzuzonen. «Dieses Begehren wurde aber abgelehnt», so Gemeindepräsident Anton Probst. Für das ARP ist eine Umzonung im geplanten Umfang nur im Rahmen einer Gesamtrevision der Ortsplanung möglich. Das Amt für Raumplanung schlug zudem vor, statt der Schlaufe einen Wendehammer zu bauen. «Diese Variante wurde von den Experten klar als schlecht beurteilt», so Probst.

Die Gemeinde verlangte daraufhin eine Aussprache mit allen Beteiligten. «Eine Strasse einfach ins Nichts zu bauen oder ein Wendehammer – alles kostet Geld», so Probst. Geld, das sinnvoller eingesetzt werden könnte. In der Aussprache zeigte sich, dass das ARP auf seinem Standpunkt beharrt: keine Teilrevision, keine Einzonung.

Räumliches Leitbild erarbeiten

Nun wurde aber ein Kompromiss ausgearbeitet, mit dem alle Beteiligten – auch der Bund – leben können. Der Bahnhof wird im Jahr 2013 wie geplant gebaut. Die Buslinie 2 fährt weiterhin die gewohnte Strecke. Die Gemeinde Bellach erarbeitet noch dieses Jahr das räumliche Leitbild. Dieses ist die Grundlage für die Ortsplanungsrevision, deren Vorbereitung ein Legislaturziel des Gemeinderates ist. «Wenn wir das räumliche Leitbild haben, sieht die Situation bereits anders aus. Möglicherweise kann dann eine frühzeitige Einzonung doch noch genehmigt werden.» Und dann wiederum wäre der Bau einer neuen Strasse im Gebiet Grederhof Ost sinnvoll. Mit diesem Kompromiss werde der Bau des Bahnhofes nicht verzögert. «Und die Gemeinde muss kein Geld in den Sand setzen, indem sie eine Strasse baut, die nicht viel nützt. Ich bin glücklich mit dieser Lösung», so Probst.