Weissenstein
Bundesamt für Umwelt erteilt Gondelbahn den Segen

Die geplante 6er-Gondelbahn ist nun auch aus Sicht des Bundesamtes für Umwelt landschaftsverträglich. Die Initianten hoffen nun auf eine Bewilligung des Bundesamtes für Verkehr. Kritisch eingestellt ist aber noch immer das Bunesamt für Kultur.

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So soll die Gondel aussehen.

So soll die Gondel aussehen.

Solothurner Zeitung

Ende August bezeichnete das Bundesamt für Umwelt (Bafu) das Projekt der Seilbahn Weissenstein AG (SWAG) für eine 6er-Gondelbahn als «nicht bewilligungsfähig» (wir berichteten). Nun tönts anders: Das Bafu stimmt in seiner Stellungnahme vom 20. Dezember an das im Baubewilligungsverfahren federführende Bundesamt für Verkehr (BAV) dem Projekt mit Auflagen zu.

Begründung: Die zwischenzeitlich vorgeschlagenen Projektoptimierungen würden die Beeinträchtigung des Weissensteins als Gebiet im Bundesinventar der Landschaften von nationaler Bedeutung mildern. «Noch weitergehende Optimierungen» betrachtet das Amt gemäss der dieser Zeitung vorliegenden Stellungnahme «als nicht machbar».

Projektleiter ist erleichtert

Darüber erleichtert ist Neubau-Projektleiter Johannes Sutter vom gleichnamigen Planungsbüro aus dem Baselbiet: «Nun sind alle Verfahrenssteine aus dem Weg geräumt, um 2011 zügig zu einer Bewilligung für die neue Bahn zu kommen.» Zum amtlichen Sinneswandel geführt haben verschiedene Massnahmen. Zum einen könnten die Mittel- und die Bergstation dank kompakterer Technik kürzer (3 und 11 Meter) ausgeführt werden. Zum andern werde die Mittelstation leicht verschoben, was zur Folge habe, dass die untere Bahnachse gegenüber der jetzigen Schneise weniger weit versetzt werde. Schliesslich erhalte die Gondelbahn den nötigen Schub auf dem Nesselboden von einem Unterflurantrieb statt von einem oberirdischen Brückenantrieb, «was die Anlage deutlich leiser machen wird», so Sutter.

Als Auflage unterstreicht das Bafu die bereits vorgesehene Baubegleitung durch eine Umwelt-Fachperson. Weitere Auflagen betreffen Anpassungen des Rodungsdossiers und Vorgaben für den Rückbau der alten Anlageteile der Sesselbahn.

Kritik des Bundesamtes für Kultur

Nach Angaben von Sutter fällt einzig noch die Stellungnahme des Bundesamtes für Kultur kritisch aus. Dieses verlange immer noch Optimierungen der Bergstation, die das historische Kurhaus zu wenig respektiere. Darauf geht die SWAG nicht ein. Laut Sutter würden die Projektunterlagen nun möglichst rasch angepasst und ans BAV übermittelt. Dieses wiederum wird nach einer Konsultation der Projektbeteiligten das Verfahren mit dem Plangenehmigungsentscheid abschliessen. (az)

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