An seinem letzten Tag in Bundesbern steht Rolf Büttiker kurz vor 7 Uhr morgens am Bahnhof bereit. Blauer Anzug, Aktentasche. Alles bereit und voller Vorfreude. Keine Spur von Wehmut.

Doch beim Gang durch die Lauben Richtung Hotel Continental kommt dann doch etwas Sentimentalität auf. Büttiker erzählt von seinem ersten Gang nach Bern. «Ich bin genau die gleiche Strecke gegangen wie heute», erinnert sich der 61-Jährige. Aufgang Neuengasse, unter den Lauben hindurch zum Waisenhausplatz. Dann ist es auf einmal da: das Bundeshaus.

«Ein echter Cervelat-Promi»

«Es hat sich viel verändert in dieser Zeit», so Büttiker. Der Parlamentsbetrieb sei hektischer geworden, nicht zuletzt der Medien wegen. Vor dem «Continental» wartet pfeife rauchend Ständeratskollege Didier Berberat. Die beiden begrüssen sich herzlich und gehen gemeinsam in den Frühstückssaal. Auf dem Teller hats Fleisch, «Wie sich das gehört», so der Politiker lachend.

Eine Stunde später geht's weiter zum Berner Rathaus, wo die heutige Sitzung des Ständerats stattfindet. Der Ständeratssaal wird derzeit umgebaut. Es gibt einige Schlussabstimmungen, dann verabschiedet Ständeratspräsident Hansheiri Inderkulm Rolf Büttiker. «Er war ein echter Cervelat-Promi», sagt Inderkulm verschmitzt und spielt damit auf Büttikers Rettung der Nationalwurst an.

Im Laufe des Vormittags ist die Sitzung zu Ende. Büttiker wird wohl noch nicht direkt nach Hause, nach Wolfwil, fahren. Der Abschied von Bern ist nicht so einfach.

Zum letzten Mal als Parlamentarier in die Hauptstadt

Am 30. November 1987 fuhr Rolf Büttiker zum ersten Mal als Nationalrat von Wolfwil nach Bern. Fast 24 Jahre lang debattierte er unter der Bundeshauskuppel, zunächst als Nationalrat, seit 1991 als Ständerat. 2006 dann der Höhepunkt: Rolf Büttiker wurde Ständeratspräsident.