Handball
«Buchsi» ringt Solothurn nieder

Der HV Herzogenbuchsee bezwingt den TV Solothurn im 1.-Liga-Derby mit 31:30. Die Entscheidung fiel in allerletzter Sekunde und setzte einer an Dramatik kaum zu überbietenden Schlussminute die Krone auf.

Christoph Lüthi
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Aufgrund der geografischen Nähe hatte das Spiel Derby-Charakter, und obwohl die Saison noch jung ist, war es ein Spitzenspiel zwischen dem zweitplatzierten HVH und dem Leader aus der 11er Stadt. Nach dem Auftaktsieg in Visp wollten die Buchser zeigen, dass man auch gegen einen etablierten 1. Ligisten zu bestehen vermag.

Und tatsächlich legte das Heimteam gleich los wie die Feuerwehr. Keine Spur von Nervosität oder verkrampftem Spiel: Die Verteidigung stand wie bereits im ersten Spiel vom Anpfiff an solide und die Übergänge in die Offensive erfolgten so rasch, dass den Solothurnern oft nur die Rolle der Zuschauer blieb.

Aber auch der organisierte Angriff der Buchser wurde sehr flüssig und variantenreich vorgetragen, was es den Solothurnern erschwerte, sich in der Verteidigung auf den Gegner einzustellen. So erspielte sich der HVH einen Vorsprung, den er langsam aber stetig auszubauen vermochte, und ging schliesslich mit einem Viertore-Vorsprung in die Pause.

Solothurn beweist Moral

Nach dem Seitenwechsel war man sich aufseiten des HVH bewusst, dass der TVS nochmals alles daran setzen würde, um sich zurück ins Spiel zu kämpfen. Um so wichtiger war es, den Rhythmus des ersten Durchgangs mitzunehmen. Tatsächlich vermochten die Buchser den Vorsprung weiter auszubauen, dies obwohl die Abschlüsse nun meist aus weniger klar heraus gespielten Positionen erfolgten. Zwischenzeitlich resultierten daraus fünf bis sechs Tore Vorsprung.

In den letzten 15 Minuten des Spiels kassierte Herzogenbuchsee aber gleich reihenweise zum Teil unnötige und unglückliche Zweiminuten-Strafen und unterstützten damit aktiv das finale Aufbäumen Solothurns. Weil sich zusätzlich eine leichte Unsicherheit im Buchser Angriff eingeschlichen hatte, vermochte Solothurn Tor um Tor aufzuholen und schliesslich zum 28:28 auszugleichen. Der HVH geriet in der Folge aber nicht in Rückstand, sonder vermochte immer wieder einen Treffer vorzulegen, doch Solothurn glich jeweils postwendend wieder aus. So brach die bereits erwähnte letzte Minute an.

Beim Stand von 30:30 vergab es der HVH, in dieser wichtigen Situation ein Tor zu erzielen. Der TVS kam in Ballbesitz und nahm ein Timeout. Nach Wiederanpfiff zeigten die Schiedsrichter zum allseitigen Erstaunen bereits nach wenigen Sekunden Zeitspiel an und Solothurn musste rasch den Abschluss suchen - erfolglos.

Im Gegenzug ereilte die Heimmannschaft dasselbe Schicksal, obwohl auch sie keineswegs unverhältnismässig langsam den Ball nach vorne trugen. Da auch ihr Abschluss nicht gelang, versuchten die Gäste mit einem langen Pass nach vorne 10 Sekunden vor Schluss doch noch das Sieg bringende Tor zu erzielen.

Torhüter Huber fing den Pass ab und spielte vorne stehen gebliebenen Patrik Siegenthaler an, der von zwei Gegenspielern festgehalten wurde und deshalb mit dem Rücken zum Tor abschliessen musste. Dieser Wurf kam für den Solothurner Torhüter derart überraschend, dass er wahrscheinlich erst realisierte, dass der Ball hinter ihm im Netz lag, als die Sirene erklang und sich die Buchser gegenseitig in den Armen lagen.

Obwohl der Sieg letztlich mit viel Glück zustande kam, hat der HVH die beiden Punkte in Anbetracht des gesamten Spieles sicherlich verdient gewonnen. Dank den in den ersten beiden Partien erreichten vier Punkten hat der HV Herzogenbuchsee einen soliden Grundstein zum Erreichen des erklärten Saisonziels Ligaerhalt gelegt.

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