Bombendrohung

Brugger Bombendroher kommt für Fall Langendorf nicht in Frage

In der Migros Langendorf ist eine Bombendrohung eingegangen

In der Migros Langendorf ist eine Bombendrohung eingegangen

Ist der Mann, der der Migrosfiliale in Brugg mit Bomben drohte, auf für die Drohungen im solothurnischen Langendorf verantworltich? Die Behörden klären genau das. Die Antwortet lautet: Er ist es wohl nicht.

Ein 42-jähriger Mann hielt die Polizei und die Mitarbeiter der Migros-Filialen am Neumarkt in Brugg seit Dienstagabend mit Bombendrohungen auf Trab. Der Mann konnte am Mittwoch gefasst werden. Die Staatsanwaltschaft Brugg-Zurzach hatte ihn danach verdächtigt, auch für die Drohungen gegen die Migros Langendorf verantwortlich zu sein. Die dortige Filiale wurde im Januar und Februar ebenfalls zweimal mit einer Bombendrohung aufgeschreckt.

Grund für die Vermutung: Der Täter stammt aus dem Kanton Solothurn. Die Solothurner Behörden haben in in die Psychiatrischen Klinik Königsfelden (PKK) einliefern lassen. Nun gibt die Staatsanwaltschaft Entwarnung. Der Mann kommt für die Drohungen in Langendorf wohl nicht in Frage. Denn er sitzt, wie sich inzwischen herausgestellt hat, bereits seit letztem August in der geschlossenen Abteilung der PKK. In Langendorf wurden die Drohungen aber an die Toilettenwand geschrieben. Das konnte der Mann unmöglich tun. Das sieht auch die zuständige Staatsanwältin Nicole Burger so.

Wollte von PKK ins Gefängnis verlegt werden

Als Motiv für seine Tat in Brugg gab der Mann an, es gefalle ihm nicht in der Psychiatrischen Klinik Königsfelden (PKK) und er habe erreichen wollen, in ein Gefängnis zu kommt. Wieso der Mann, der laut Staatsanwaltschaft unter Minderintelligenz und einer Verhaltensstörung leidet, im PKK sitzt, ist unklar. Klar ist aber: Er wurde bereits früher deswegen psychiatrisch begutachtet.

Ob der Mann überhaupt schuldfähig ist, sei zum heutigen Zeitpunkt noch offen, sagt Burger. Sie wird trotzdem Anklage erheben und zwar wegen Drohung und Schrecken der Bevölkerung. Dem Täter drohen maximal 4,5 Jahre Gefängnis. Sollte er nicht schuldfähig sein, kommt er in eine Anstalt.

Täter darf nicht mehr telefonieren

Klar ist: Der Täter hat sein Ziel, in ein Gefängnis zu kommen, vorerst nicht erreicht. Nach der Befragung durch Staatsanwaltschaft und Polizei wurde der Mann wieder in die geschlossene Abteilung der Psychiatrischen Klinik Königsfelden zurückgebracht.

Gleichzeitig wurde in Absprache mit der PKK auch sichergestellt, dass der Mann bis auf weiteres kein Telefon benützen kann. Bisher musste er laut Burger jeweils nach einer Karte fragen, um telefonieren zu können. Diese hat gestern denn auch auf die Spur des Täters geführt. Er hat aus der PKK in die Migros-Filiale angerufen und dabei offenbar die Nummer nicht unterdrückt. (rsn)

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