Die Abgewählte
Brigit Wyss nach ihrer Abwahl: «Es geht mir gut»

Am Montag, einen Tag nach ihrer Abwahl, hatte Brigit Wyss (Grüne, Solothurn) keine Zeit, Trübsal zu blasen. Sie fuhr früh am Morgen nach Basel, wo sie mit einem 40%-Pensum als Juristin bei der Pro Natura arbeitet.

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Brigit Wyss blickt wehmütig auf ihre Berner Zeit zurück.

Brigit Wyss blickt wehmütig auf ihre Berner Zeit zurück.

Hanspeter Bärtschi

Jetzt, nach ihrer Abwahl aus dem Nationalrat, wird sie sich wieder stärker auf ihren Beruf konzentrieren. «Um wie viel ich mein Pensum aufstocke, weiss ich noch nicht», sagt die 51-Jährige am Telefon. Sie wirkt gefasst. «Es geht mir gut.» Klar sei sie enttäuscht. «Ich bin aber nicht am Boden zerstört. Ich wusste, dass es knapp werden wird.»

Enttäuscht ist Wyss allerdings vom Abschneiden ihrer Partei. Bei den Wahlen 2007 hätten viele wegen der Klimadiskussion die Grünen gewählt. «Jetzt hatten sie mit den Grünliberalen eine Alternative.» Den Vorwurf, dass die Solothurner Grünen zu wenig um ihren Sitz gekämpft haben, will sie so nicht gelten lassen. «Auch in vielen anderen Kantonen haben die Grünen leider Sitze verloren; der Trend war – entgegen der Wahlprognosen – gegen uns.»

Immer noch Lust an der Politik

Aus Bundesbern nimmt Brigit Wyss nur ungern Abschied. «Es hat mir im Nationalrat sehr gut gefallen. Die vier Jahre waren eine spannende Zeit.» Highlights waren für sie der Atomausstieg («eine Sensation») und die Frauenmehrheit im Bundesrat. In der Fraktion und den Kommissionen sei sie sehr gut aufgenommen worden. Sie hat neue Freundschaften geschlossen – auch ausserhalb der eigenen Partei. «Mit diesen Personen werde ich mich auch nach meiner Abwahl treffen.» Von Frust ist bei Wyss nichts zu spüren: «Ich habe immer noch Lust am Politisieren; ich bleibe Gemeinderätin in Solothurn.» (sff)

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