Anschlag in Olten

Briefbomben-Opfer kann Spital verlassen

In einem Geschäftsgebäude an der Frohburgstrasse 17 in Olten ist heute Morgen eine Briefbombe explodiert. Zwei Personen wurden beim Attentat gegen den AKW-Verband Swissnuclear verletzt. Eine Frau konnte bereits aus dem Spital entlassen werden.

Die Explosion habe sich beim Öffnen einer Briefsendung im vierten Stock in den Räumlichkeiten von Swissnuclear (siehe Box) ereignet, sagte Mediensprecherin Thalia Schweizer von der Kapo Solothurn gegenüber az. Das Gebäude habe durch die Detonation gezittert, berichten Augenzeugen. Der Knall sei bis auf die andere Strassenseite hörbar gewesen.

Die Kantonspolizei hat mit einem Grossaufgebot umgehend Ermittlungen aufgenommen und Unterstützung von diversen Spezialdiensten angefordert. So ist ebenfalls das Forensische Institut vor Ort, sagt Andreas Mock von der Kapo.

Vorsorgliche Strahlenmessungen

Spezialisten erhoffen durch eine umfassende Spurensuche Fragen zur Herkunft, Machart und zum Inhalt der Briefbombe beantworten zu können.

Vorsorglich würden ebenfalls Strahlenmessungen durchgeführt, sagt Mock. Die Bundesanwaltschaft wurde eingeschaltet.

Zwei Frauen sind verletzt

Die Explosion ereignete sich während dem Öffnen der morgendliche Postsendung kurz nach 8.15 Uhr. Zum Zeitpunkt der Explosion hielten sich fünf Personen in den Büroräumlichkeiten auf. Zwei Frauen erlitten ein Gehörtrauma sowie Verletzungen im Brustbereich und an den Armen. Sie wurden ins Spital eingeliefert.

Beim Anschlag gegen das AKW-Konsortium Swissnuclear in Olten wurden zwei Frauen verletzt

Beim Anschlag gegen das AKW-Konsortium Swissnuclear in Olten wurden zwei Frauen verletzt

Eine der Verletzten konnte bereits wieder aus der ärztlichen Aufsicht entlassen werden. Die andere verletzte Frau liegt noch mit leichten bis mittelschweren Hautverletzungen im Spital.

«Keinen grossen materiellen Schaden»

Die Briefbombe habe in den Räumlichkeiten «keine grösseren materiellen Schäden» angerichtet, sagt Mock. Einzig der Brief selbst, sowie der Tisch sei in Mitleidenschaft gezogen worden.

Der Interessenverband der Schweizer Kerkraftbetreiber Swissnuclear wurde bis auf weiteres vollständig geräumt und abgesperrt. Im übrigen Gebäude sind die Büros geöffnet. So läuft auch der Betrieb in der UBS-Filiale im Parterre weiter.

«Konflikte mit Gewalt lösen, statt Dialog zu suchen»

Der Oltner Stadtpräsident Ernst Zingg ist erschüttert. Dieser Anschlag sei absolut zu verurteilen, sagt er. «Es ist in unserer Gesellschaft gang und gäbe, kleinste Konflikte mit Gewalt zu lösen statt den Dialog zu suchen.» Die Auswüchse hätten Überhand gewonnen.

Greenpeace ist schockiert

Ob der Anschlag im Zusammenhang mit der heutigen Greenpeace-Kundgebung in Olten stehe, könne nicht gesagt werden, meint Thalia Schweizer von der Kapo.

Diese Kundgebung richtet sich ebenfalls gegen Atomenergie. Greenpeace-Sprecher Yves Zenger betont auf Anfrage der az aber, dass Greenpeace nichts mit dem Bombenanschlag zu tun habe: «Wir sind selber schockiert.» Greenpeace stehe für absolute Gewaltfreiheit, betont Zenger. «Wir verurteilen den Anschlag gegen Swissnuclear aufs Schärfste.» (ldu/mäd/sza)

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