Zuchwil
Böse Mädchen: Sie rauchen, trinken und werfen alles weg

In einer Umfrage wurde das Verhalten der Jugendlichen unter die Lupe genommen. Dabei stellt sicht raus: Vor allem die Schweizerinnen kommen schlecht weg.

Daniel Rohrbach
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Lungenbrötchen statt Pausenbrot: Schweizer Teenies greifen häufiger zur Zigarette als ausländische. CND

Lungenbrötchen statt Pausenbrot: Schweizer Teenies greifen häufiger zur Zigarette als ausländische. CND

Solothurner Zeitung

Der Anteil der Schweizer Mädchen zwischen 10 und 16 Jahren, die schon mehrmals Alkohol getrunken haben, ist mit 39 Prozent doppelt so hoch wie derjenige ihrer ausländischen Alterskolleginnen (19 Prozent). Dies ist einer der Befunde einer Umfrage, die im letzten Herbst bei den Zuchwiler Jugendlichen gemacht wurde. An der anonymen Online-Umfrage haben 274 Schülerinnen und Schüler von der 6. bis zur 10. Klasse teilgenommen.

Dies entspricht einem Rücklauf von 84 Prozent. Die Befragten teilten sich wie folgt nach Geschlechtern und Nationalität auf: 141 Mädchen (davon 36 Schweizerinnen) und 133 Buben (davon 40 Schweizer). Gegenstand der Umfrage, deren Resultate am Donnerstag im Zuchwiler Gemeinderat von Jugendarbeiter Michele Foglia präsentierte wurden, waren unter anderem Drogenkonsum, Gewalt, Mobbing und Freizeitverhalten.

Auch was den Griff zum Glimmstängel betrifft, sind die Schweizer den ausländischen Mädchen «voraus». Während 25 Prozent der Schweizerinnen angaben, schon mehrmals geraucht zu haben, sind es bei den Ausländerinnen nur 8 Prozent. Auch bei den Buben zeigt sich ein ähnliches Bild: Alkohol getrunken bzw. geraucht haben von den Schweizern schon 35 bzw. 25 Prozent mehrmals; bei den Ausländern sind es nur 18 (Alkohol) und 14 Prozent (Rauchen).

Sorgloser Umgang mit Abfall

Bei den anderen erhobenen Themen habe man die Ergebnisse noch nicht im Detail nach Nationalität entschlüsselt, sagte Foglia. Beim Drogenkonsum sei bis jetzt einfach der eklatante Unterschied zwischen Ausländerinnen und Schweizerinnen ins Auge gestochen. Interessant sind auch die Aussagen, die die jungen Leute zum «Littering» gemacht haben. Rund ein Drittel wirft den Abfall immer oder meistens auf den Boden. Rund die Hälfte aller Befragten stört sich zudem nicht daran, wenn Abfall auf dem Boden herumliegt.

Ein überwiegender Anteil der Jugendlichen hat einen friedlichen Umgang. 82 Prozent gaben an, nie andere zu schlagen. Bekanntschaft mit Vandalismus hat hingegen schon rund jeder Zweite gemacht. Gar drei Viertel haben schon gesehen, wie Sachen beschädigt wurden. Die Befragten waren der Meinung, der Grund für Vandalismus sei Langeweile, Frust oder werde dazu genutzt, um bei Freunden aufzufallen.

Eine Arbeitsgruppe wird nun die Ergebnisse der Umfrage genau unter die Lupe nehmen. Die Gruppe wird abklären, wo und wie allenfalls gehandelt werden soll und wird dann mit konkreten Vorschlägen an den Gemeinderat gelangen.

Unimog und Schule

Aufgrund der misslichen finanziellen Lage hat der Gemeinderat bei den vergangenen zwei Budgetberatungen den Ersatz eines Unimogs aus dem Voranschlag gestrichen. Das Fahrzeug wird für vielfältige Aufgaben von den Mitarbeitern des Gemeindewerkhofs gebraucht. Es steht mittlerweile im zwölften Betriebsjahr, und es stünden Reparaturen in der Höhe von knapp 80000 Franken an. Aus diesem Grund bewilligte der Gemeinderat den Nachtragskredit für die Anschaffung eines neuen Fahrzeugs von 221000 Franken. Ebenfalls zugestimmt hat der Rat der Weiterführung der speziellen Förderung an den Zuchwiler Schulen. Der Beschluss wurde gefasst, weil der Kantonsrat im letzten Dezember die Ausführungsbestimmungen zu der im Volksschulgesetz verankerten Integration mit dem Veto belegte und somit noch keine verbindliche kantonale Regelung besteht.

Der Rat hat im Weiteren folgende Kommissionsmitglieder gewählt: Claudia Weber, CVP (Ersatz Gemeinderatskommission); Leonhard Laski, CVP (Geschäftsprüfungskommission); Roman Fluri, Grüne (Ersatz Planungskommission); Yolanda Andreoli, Grüne (Ersatz Umweltschutzkommission).