Energie
Biberist will Energieverbrauch massiv senken

In Biberist soll weniger Energie verbraucht werden. Die Gemeinde setzt sich deshalb für effizientere Gebäudehüllen und Energieträger ein.

Lea Reimann
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Die Gemeinde soll punkto Energieoptimierung als Vorbild auftreten – etwa bei der Sanierung des Bezirksschulhauses ab 2013. hanspeter bärtschi

Die Gemeinde soll punkto Energieoptimierung als Vorbild auftreten – etwa bei der Sanierung des Bezirksschulhauses ab 2013. hanspeter bärtschi

Solothurner Zeitung

«Der heutige Energieverbrauch in Biberist beträgt etwa 228 Kilowattstunden pro Quadratmeter», erklärte Dieter Bauer von Regio Energie am Montagabend. Dies sei relativ viel, wenn man bedenke, dass ein neues Haus mit moderner Energietechnik einen Wert von 60 Kilowattstunden pro Quadratmeter erreiche. Der von Regio Energie ausgearbeitete Masterplan sieht deshalb vor, dass der Verbrauch bis ins Jahr 2035 durch Gebäudesanierungen auf 148 Kilowattstunden pro Quadratmeter gesenkt werden soll. 96 Kilowattstunden davon sollen aus erneuerbarer Energie stammen. «Jährlich sollten also 24 Einfamilienhäuser und 12 Mehrfamilienhäuser saniert werden, was einer Sanierungsrate von zwei Prozent entspricht», so Bauer. Heute liegt diese Sanierungsrate für Gebäudehüllen lediglich bei einem Prozent.

Einhalten will man diesen Absenkungspfad durch Anreize für die Bevölkerung, durch welche man sich eine Zunahme der energieoptimierten Sanierungen sowie des Einsatzes erneuerbarer Energieträger erhofft. Eine denkbare Möglichkeit bestünde darin, den Grundeigentümern bei vorbildlicher Sanierung einen Zusatznutzen zu gewähren, so zum Beispiel eine höhere Ausnützungsziffer, ein überschreiten der Gebäudelänge oder das unterschreiten von Grenzabständen.

«Die Gemeinde soll animieren»

Ausserdem müsse die Bevölkerung darauf aufmerksam gemacht werden, dass der Mehraufwand – wenn sowieso saniert wird – sehr gering sei, so Dieter Bauer. Ebenfalls im Plan enthalten ist, dass die Gemeinde mit so genannten Leuchtturmprojekten als Vorbild auftreten will und eigene Liegenschaften energetisch optimieren will. Bauer betonte: «Der Absenkungspfad mit den Zielsetzungen für 2035 ist umsetzbar, nicht illusorisch.»

Über den Nutzen dieses Energieplans war der Rat allerdings geteilter Meinung. Gemeindepräsident Martin Blaser (FDP) befürwortete und erklärte: «Ich bin ganz klar der Ansicht, dass die Gemeinde den Lead übernehmen und die Leute animieren soll.» Andere waren besonders gegenüber dem Bonussystem skeptischer. Man wolle den Leuten nicht vorschreiben, welche Energie sie nutzen sollen, so Gemeinderätin Yvonne Lüthy (FDP): «Die Stossrichtung stimmt, aber das Papier nicht.» Ratsmitglied Alex Miescher (FDP) stellte deshalb den Gegenantrag, die Senkung des Energieverbrauchs zwar zu unterstützen, den Bericht aber nur zur Kenntnis zu nehmen. Während dieser aber nur vier Ja-Stimmen erhielt, wurde der ursprüngliche Antrag der Bau- und Werkkommission mit sieben Stimmen genehmigt.

Schulhäuser mit einbeziehen

Dass der Rat den Einsatz erneuerbarer Energien sicherstellen will, verdeutlichte ein Antrag der EVP/CVP-Fraktion, der bei nur einer Gegenstimme angenommen wurde. Demnach sollen bisherige Massnahmen der Gemeinde (Holzschnitzelheizung Bleichenmatt, Sonnenkollektoren auf den Garderoben des FC) konsequent weitergeführt werden. Die Bauverwaltung und die Kommission Schulraumplanung werden damit beauftragt, bei der Planung von Neubauten sowie bei Renovationen die Nutzung von erneuerbaren Energien sicherzustellen und für bereits laufende Projekte entsprechende Abklärungen zu treffen. Dazu gehören besonders die anstehenden Schulraumplanungen: Während das Schulhaus Mühlematt sowie das obere Schulhaus bereits ab diesem Sommer saniert werden und ein Neubauprojekt Sporthalle in Bearbeitung ist, ist eine Renovation des Bleichemattschulhauses sowie des Bezirksschulhauses für 2013/2014 geplant.

Kaum zu Diskussionen Anlass gaben die beiden Konzepte, welche die Naherholung und Landschaft sowie den Verkehr betreffen. Der Gemeinderat stimmte allen Konzepten zu und beauftragte die Kommission damit, die Ortsplanung in diesem Sinne weiterzuführen. Erkenntnisse aus dem Konzept Naherholung und Landschaft werden in einem Informationsplan Naherholung für die Bevölkerung festgehalten.

Im Weiteren hat der Rat das neue Schliesskonzept Schulbauten genehmigt. Im Rahmen der Sanierung des Campus Mühlematt, zu dem auch die Sporthalle gehört, und des oberen Schulhauses, die diesen Sommer startet, soll das veraltete Konzept von 1979 dort durch ein neues System ersetzt werden. Dieses basiert auf einer Kombination von elektronischen und mechanischen Schlössern. Die Kosten dafür werden rund 77000 Franken betragen.