Solothurn
Betrügerischer Solothurner Treuhänder soll 34 Millionen veruntreut haben

Ein Solothurner Treuhänder und seine deutsche Geschäftspartnerin müssen sich vor Gericht verantworten. Die Staatsanwaltschaft wirft ihnen unter anderem gewerbsmässiger Betrug, Veruntreuung und Geldwäscherei vor.

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Der Fall kam ins Rollen, als der Treuhänder bei der Post 4,6 Millionen Franken in bar abhob. (Archiv)

Der Fall kam ins Rollen, als der Treuhänder bei der Post 4,6 Millionen Franken in bar abhob. (Archiv)

Keystone

Den beiden Angeklagten wird im Wesentlichen vorgeworfen, als Verantwortliche dieser Firmen Kundengelder von rund 34 Millionen Schweizerfranken zu Anlagezwecken entgegengenommen und zweckentfremdet zu haben.

34 Millionen Franken zweckentfremdet

Der Treuhänder und seine Geschäftspartnerin sollen als Verantwortliche der Firmen Capitaltrend Holding AG und B.E. Creativ-Service AG zwischen Dezember 2002 und August 2006 unter falschen Angaben Anlagegelder im Umfang von rund 34 Millionen Schweizerfranken entgegengenommen und zweckwidrig verwendet zu haben.

Der Schaden der Anleger beläuft sich auf rund 20 Millionen Schweizer Franken, wie die Solothurner Staatsanwaltschaft mitteilte. Die restlichen 14 Millionen Franken wurden zwischenzeitlich an Kunden als Rückzahlungen oder fiktive Gewinne ausbezahlt.

Dem angeklagten Treuhänder wird zudem mehrfache Unterlassung der Buchführung vorgeworfen, weil er bei den Firmen Capitaltrend Holding AG und der B.E. Creativ-Service AG keine ordentliche Buchhaltung geführt hat.

Dabei seien sie als seriöse Vermögensverwalter aufgetreten und hätten bei den Kunden den Eindruck erweckt, dass ihr Kapital absolut sicher angelegt sei. Die Staatsanwaltschaft geht aber davon aus, dass die Angeklagten die Kundengelder vorwiegend für die Begleichung von Geschäftskosten, Rückzahlungen an andere Kunden sowie die Bestreitung des eigenen Lebensunterhaltes verwendet hätten.

Für die Staatsanwaltschaft steht fest: Die mit den Kunden vereinbarten Geldanlagen wurden nie getätigt. Durch die deliktischen Handlungen der Angeklagten kamen 95 Anleger zu Schaden.

4,6 Millionen in bar abgehoben

Ins Rollen kam der Fall aufgrund einer Meldung der Meldestelle für Geldwäscherei. Im Sommer 2006 hat der Treuhänder bei einer Poststelle in Solothurn 4,6 Millionen Franken in bar bezogen. Die von der Schweizerischen Post ausbezahlten 4,6 Millionen Schweizerfranken wurden durch die deutsche Angeklagte ausser Landes gebracht und konnten nicht mehr aufgefunden werden.

Im Zusammenhang mit dieser Barauszahlung eröffnete die Staatsanwaltschaft auch eine Strafuntersuchung gegen die Schweizerische Post. Die Staatsanwaltschaft schloss diese Strafuntersuchung bereits im Sommer 2010 ab und erhob beim Richteramt Solothurn-Lebern Anklage gegen die Schweizerische Post wegen Geldwäscherei. Die Gerichtsverhandlung gegen die Schweizerische Post ist auf den 19. April 2011 angesetzt.

Der Termin für die Gerichtsverhandlung gegen die beiden Angeklagten steht noch nicht fest. Im Fall einer Verurteilung könnte das Gericht Freiheitsstrafen bis zu 15 Jahren aussprechen. (dno)