Dienstagabend, 17.30 Uhr in der CIS-Sporthalle Solothurn. Das Geräusch von Balldribblings dröhnt durch die gewölbte Halle. Eine kleine Gruppe von männlichen Teenagern tänzelt durch die noch leeren Räume. Jeder bewegt einen Basketball, mal mit der linken, mal mit der rechten Hand. Die Jugendlichen dribbeln im Zickzack um einander herum, täuschen Würfe vor oder befördern den Ball nach einem Sprung im Flug in das 3,05 Meter über dem Boden hängende Netz. Nach einigen Minuten stossen weitere dazu. «Jetzt spielen wir drei gegen drei auf denselben Korb.» Gesagt, getan. Allmählich kommt Leben in die Bude. Auch die ersten Spielerinnen treffen ein, versammeln sich am anderen Ende der Halle.

Spielen, wo immer es beliebt

Wenn sich die jungen Spielerinnen und Spieler des Basketball-Clubs (BC) Solothurn zum Training versammeln, ist fast immer auch Nicolas Kofmel dabei. Der 27-jährige Solothurner setzt fast seine ganze Freizeit für Basketball ein. Sei es als Stammspieler in der 1. Mannschaft, die in der 1. Liga spielt oder als Coach. «Seit ich zwölf bin, interessiere ich mich für diesen Sport», erklärt Kofmel. Nicht, weil er einem grossen Vorbild aus der NBA nacheifern wollte, «sondern, weil es sich so ergeben hat und ich die Gelegenheit hatte, regelmässig mit Kollegen zu spielen».

In der Tat: Basketball kann man fast überall spielen, wo man einen Korb an einer Hauswand oder einem Garagentor befestigen kann. «Es ist ein schneller, eleganter Sport, der aber auch körperbetont gespielt werden kann», erklärt Kofmel. Die Regeln sind überblickbar. Rempeleien wie im Fussball oder im Handball führen aber rasch zum Foul. Die Körpergrösse spielt für gewisse Spielpositionen eine Rolle, ist aber nicht überall entscheidend. «Grösse lässt sich nicht trainieren, Geschicklichkeit, Taktik und Präzision schon.»

Coolness und «Gimme five!»

Mit dem Basketballspiel verbinden Jugendliche auch eine gewisse Coolness und Lockerheit. «Das ist durchaus okay und entspricht dem Lebensgefühl von Teenagern», meint Kofmel. «Gimme five!» nach einem gelungenen Dreipunktewurf wirkt halt einfach cool.

Inzwischen sind alle Spielerinnen und Spieler eingetroffen. Kofmel gibt Instruktionen fürs Aufwärmtraining. Danach werden Standard-Spielzüge durchgespielt. «Heute gibts ein etwas lockereres Training», schmunzelt der Trainer. Schliesslich hat das Damenteam am Vortag einen Match gegen Femina Bern gewonnen (Heimsieg der Solothurnerinnen mit 42 zu 24). Bei der Herrenmannschaft verlief der Saisonauftakt nicht ganz wunschgemäss. Mit dem Frühling kamen aber auch die Siege zurück.

Nicht selten enden Matchresultate mit über 100 Punkten (wobei ein «Korb» im Durchschnitt zwei Zähler gibt). Das heisst, im Basketball gibts kaum Durchhänger-Phasen. Es ist immer was los auf dem Spielfeld. Nicht selten wird das Spiel in den letzten Sekunden entschieden.

Trotzdem fristet Basketball in der Deutschschweiz, besonders im Vergleich zum Welschland und dem Tessin, ein Mauerblümchendasein. «Woran das liegt, kann ich auch nicht sagen», meint Kofmel, «Wohl auch an den Rahmenbedingungen, die nicht überall optimal sind, auch in Solothurn nicht», erklärt der Trainer.

«Dafür setze ich gern Zeit ein»

Dennoch gibts im BC Solothurn eine Herren- und eine Damenmannschaft, die in den Ligen mitspielen sowie U17, U15 und U13-Gruppen (Schulsport), die gerade auch dank dem ehrenamtlichen Engagement von Leuten wie Nicolas Kofmel mit dem Sport vertraut werden. «Die Arbeit mit jungen Menschen macht mir Freude. Da setze ich gerne Zeit ein. Auch viel Zeit», erklärt er. Konkret heisst das: Durch die eigenen Trainings mit der 1.-Liga-Mannschaft (Spielertrainer) und das Engagement als Coach für die Frauen sowie für den Nachwuchs gibts für Kofmel kaum mehr einen basketballfreien Abend.

«Basketball ist ein idealer Sport, um junge Menschen von der Strasse wegzuholen. Er hat mir selber viel gegeben, und davon gebe ich gerne etwas weiter», sagt der Student, der an der Fachhochschule für soziale Arbeit in Olten demnächst sein Studium abschliesst.