Freiwilligenarbeit
Benevol: Die Drehscheibe für die Freiwilligenarbeit

Ehrenamtlicher Einsatz ist attraktiv: Dies zeigen die Zahlen von Benevol – dem Stellenvermittlungsbüro für Freiwilligenarbeit. Im Jahr 2010 haben sich wiederum 13 Organisationen und Gemeinden Benevol angeschlossen.

Urs Amacher
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Die Benevol-Mitglieder können auf ein erfolgreiches Jahr der Freiwilligenarbeit zurückblicken. zvg Die Benevol-Mitglieder können auf ein erfolgreiches Jahr der Freiwilligenarbeit zurückblicken. zvg

Die Benevol-Mitglieder können auf ein erfolgreiches Jahr der Freiwilligenarbeit zurückblicken. zvg Die Benevol-Mitglieder können auf ein erfolgreiches Jahr der Freiwilligenarbeit zurückblicken. zvg

Solothurner Zeitung

«Die Zahl der erfolgreichen Vermittlungen konnten wir in den letzten Jahren sukzessiv steigern.» Diese positive Bilanz konnte Geschäftsleiterin Rosmarie Wyss an der 6. Generalversammlung von Benevol ziehen. Die Vermittlung von Freiwilligen an Vereine, Organisationen und Gemeinden gehört zu den Kernaufgaben von Benevol. Laut Jahresbericht konnten 2010 insgesamt 68 Freiwillige vermittelt werden, gegenüber 46 im Vorjahr. Ein Grund dafür ist sicher, dass sich im Jahre 2010 wiederum 13 Organisationen und Gemeinden Benevol angeschlossen haben. Durch die zusätzlichen Mitgliedsinstitutionen wurde auch das Stellenangebot vielfältiger. Den erfolgreichen Vermittlungen gingen 177 (2009: 172) Kontakte mit interessierten Freiwilligen voraus, nämlich 82 persönliche Beratungsgespräche mit Neuinteressierten und 95 Kontakte per Telefon, E-Mail oder Brief. Die Beratungsgespräche sind wichtig, um die Fähigkeiten und Vorstellungen der Personen, die sich ehrenamtlich engagieren möchten, abzuklären. «Diese Gespräche und Begegnungen mit den Freiwilligen, die sich für einen ehrenamtlichen Einsatz interessieren, sind spannend und vielfältig», so Wyss.

Tandems zum Reden

Für die Freiwilligenarbeit interessieren sich beispielsweise Personen, die kurz vor der Pensionierung stehen und bei denen die Aussicht Freizeit eher Ängste vor Leere, Einsamkeit und Langeweile auslösen. Oder es sind pensionierte Kadermitarbeiter, die sich mit ihren Fähigkeiten für einen guten Zweck nützlich machen möchten. Die Mehrheit der Leute, die sich bei Benevol melden, steht aber noch mitten im Berufsleben. Sie suchen laut Wyss soziale Kontakte oder eine Beschäftigung, bei welcher das Resultat ihrer Arbeit direkter sichtbar ist als im Brotberuf.

Neben der Drehscheibe für die Vermittlung von Freiwilligen betreut Benevol weitere Projekte. Erfolg-reich entwickeln sich die Konversationstandems. Benevol suchte zehn deutschsprachige Freiwillige und führte sie mit fremdsprachigen Menschen zusammen, die ihre Deutschkenntnisse in einer ungezwungenen Atmosphäre verbessern wollen. Weniger Anklang fand der Schreibdienst in Solothurn, wo Schreibgewandte anderen bei der Korrespondenz und beim Ausfüllen von Formularen helfen sollten. An Freiwilligen, die sich hier engagieren wollten, fehlte es nicht, jedoch an «Kunden». Auf grosses Interesse hingegen stiess der Einführungskurs zur Handhabung des Sozialzeitausweises.

Vorstand bleibt unverändert

Die Jahresrechnung mit einem Verlust von 9500 Franken wurde einstimmig verabschiedet. Um die Mitgliederwerbung nicht zu erschweren, bleiben die Mitgliederbeiträge unverändert. Präsident Markus Haller meinte zum Defizit, es liege in der Natur der Sache, dass für ein eher administratives «Stellenvermittlungsbüro für Freiwillige» Geldgeber schwieriger zu motivieren sind.

Der Vorstand mit Markus Haller (Präsident), Pino Caci, Irene Hochstrasser (Finanzen), Kurt Schibler (Öffentlichkeitsarbeit), Ida Waldner sowie Geschäftsführerin Rosmarie Wyss (ohne Stimmrecht) wurde wiedergewählt. Zum Schluss wies der Präsident auf Fachtagung «Neue Impulse in der Freiwilligenarbeit» vom 6. Mai in Solothurn hin. Die Tagung schliesst einen «Marktplatz» ein, an dem 25 Organisationen ihre Einsatzmöglichkeiten vorstellen.

Weitere Infos: www.benevol-so.ch