Handball
Bei Solothurn/Grauholz herrscht Konfusion in der Trainerfrage

Wer leitet Ende Mai als Cheftrainer das erste Training der neuen Spielgemeinschaft Solothurn/Grauholz? Zlatko Portner und Zsolt Toth glauben beide, dass sie es sind.

Michael Schenk
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Zlatko Portner hat gute Karten, NLB-Trainer zu bleiben.

Zlatko Portner hat gute Karten, NLB-Trainer zu bleiben.

Hans Peter Schläfli

Ende Mai ist Trainingsstart der neuen NLB-Spielgemeinschaft TV Solothurn/Grauholz – das ist klar. Für Konfusion freilich hat in den letzten Tagen die Frage gesorgt, wer denn nun Cheftrainer dieser neuen Handball «Fusions»-Equipe sein wird. «Ich gehe davon, dass ich das sein werde», sagt Zsolt Toth – zuletzt drei Saisons Coach des Erstligisten Solothurn. Dies sei ihm so schon im März zugesichert worden. Ganz anders, und bestimmt, tönt es von Grauholz-Seite. «Die Verantwortlichen des TV Solothurn waren letzte Woche bei uns und haben bestätigt, das ich Cheftrainer werde und mein bisheriger Assistent, Martin Heiniger, mitkommt», sagt Zlatko Portner von Handball Grauholz. Was Toth und Portner und Heiniger in der Verwirrung einigt, ist, dass noch keiner von ihnen etwas Schriftliches hat.

Für Portner wie Toth ist klar, ein Dreierteam (Toth, Portner, Heiniger) kommt nicht infrage. Viel zu viel Ego auf einmal. «Da müsste ein Wunder geschehen, damit das funktioniert», so Toth. Das interne «Gnusch», sprich die Unklarheit um den Cheftrainerposten des NLB-Teams Solothurn/Grauholz, gipfelt in den Aussagen der beiden potenziellen Kandidaten, dass jeder den anderen in einer noch genauer zu definierenden Rolle als Hilfs-Assistenzcoach für Spezialtrainings oder im Nachwuchs sieht.

Einig bei Kaderbildung

Einigkeit herrscht dagegen bezüglich Teambildungsprozess. «Alle werden ihre Chance erhalten», tönt es von Toth und Portner. Ende Juni wird es eine Liste geben mit den Spielern von Grauholz und Solothurn, die neu für den TV Solothurn/Grauholz in der NLB spielen. Diejenigen, die den «Cut» nicht schaffen, sollen, so wie es aussieht, auf die Erstligisten von Langenthal/Solothurn respektive den Aufsteiger BSV Bern Muri II verteilt werden. Portner rechnet im NLB-Team mit einem Stammkader von 15 bis 20 Akteuren; bei Toth wärens rund 15. Die drei wöchentlichen Trainings sollen, so ist es zurzeit fixiert, zweimal in Zollikofen und einmal in Solothurn stattfinden. Im Raum steht eine vierte Spezialtrainingseinheit (für den Hilfs-Assistenten...) in Solothurn. Heimspielhalle ist das CIS-Center Solothurn.

Fest steht, dass ein Grossteil der neuen NLB-Spielgemeinschaft aus bisherigen Bernern bestehen wird. «90 Prozent», sagt Portner, der Ex-Weltmeister mit Jugoslawien. Dazu kämen einige Verstärkungen aus Solothurn und dem BSV Bern Muri II. Dieser Fakt und die Tatsachen, dass der TV Solothurn/Grauholz Partnerteam des BSV sein wird und etliche bisherige Grauholzspieler schon regelmässig beim A-Ligisten trainieren, sprechen tendenziell doch sehr dafür, dass Zlatko Portner der neue Chefcoach sein wird. Zsolt Toth fährt heute in die USA in die Ferien und sagt: «Wenn ich zurückkomme, werde ich vielleichte keine Mannschaft mehr haben, oder eine andere, ich kann es nicht sagen.»

Stefan Blaser, Geschäftsführer des TV Solothurn und mit seiner Crew organisatorisch und finanziell für das neue NLB-Team Solothurn/Grauholz verantwortlich, war gestern für eine Stellungnahme nicht erreichbar.