Kegeln
Bei den Solothurner Keglerinnen zählt nicht nur, was fällt

Der Solothurner Damenkegelklub (DKK) Domino will heute an der Schweizer Kegelmeisterschaft im Kegelsportzentrum Rössli im Berner Oberländischen Heimberg sein Können unter Beweis stellen. Der Club darf sich Medaillenhoffnungen machen.

Mirjam Stuber
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Die Hoffnungsträgerinnen: oben v. l. Therese Schaad, Maria Wermuth, Franziska Dürenberger, Heidi Moser, Verena Lüthi, unten v. l. Johanna Hosmann, Helga Käsermann, Lotti Capitani

Die Hoffnungsträgerinnen: oben v. l. Therese Schaad, Maria Wermuth, Franziska Dürenberger, Heidi Moser, Verena Lüthi, unten v. l. Johanna Hosmann, Helga Käsermann, Lotti Capitani

Mirjam Stuber

Die «Dominos» können bereits jetzt auf beachtliche Erfolge zurückblicken. Sie erkämpften sich an Schweizermeisterschaften als Team bereits drei Mal die Silbermedaille. 2009 wurden die Keglerinnen zum dritten Mal in Folge Schweizer Meister. «Uns fehlt noch Bronze. Dann besitzen wir einen kompletten Satz Medaillen, «scherzt Heidi Moser, die bereits dabei war, als der Klub 1977 in Bätterkinden gegründet wurde. Mit von der Partie war damals auch Verena Lüthi, die heutige Präsidentin des Klubs. Damals trainierten die Frauen im Restaurant «Bären». Nach dessen Schliessung musste sich der Klub nach einer neuen Räumlichkeit umsehen. Momentan besteht die Mannschaft aus acht Mitgliedern, zwischen 44 und 80 Jahren. Jeden Montag treffen sich die «Dominos» im Restaurant «Gerlafingerhof» in Gerlafingen zum allwöchentlichen Training.

Die Präzisionsdisziplin Kegeln wird nach dem Motto: «Es zählt, was fällt!» gespielt. Was für die Damenmannschaft jedoch wirklich zählt, ist das gesellschaftliche Beisammensein und die Kameradschaft. «Für uns ist Kegeln in erster Linie ein Hobby. Es ist uns sehr wichtig, gemeinsam einen gemütlichen Abend verbringen zu können,» sagen die Frauen. Die Mitgliedschaft im Klub bedeutet Ihnen sehr viel. «Das Kegeln stellt für uns einen Ausgleich zum Alltag dar», sagen die Keglerinnen.

Immer Montags gehts zum Training

Um bestens vorbereitet zu sein für den grossen Tag, versammelte sich der Damenkegelklub auch letzten Montag um 20 Uhr zum Training. Therese Schaad, die diesjährige Schweizer Veteranen Meisterin und Trainerin der «Dominos», schaut ihren Freundinnen beim Kegeln genau über die Schultern und gibt ihnen Verbesserungsvorschläge. Besonders achtet sie auf die Körperhaltung der Teammitglieder. «Aber auch höchste Konzentration, viel Fingerspitzengefühl, mentale Stärke und Tempo sind beim Kegeln besonders wichtig», meint sie.

Mit ihren 80 Jahre ist Heidi Moser die Älteste des Teams. Der Kegelsport hat sie ganz offensichtlich fit gehalten. Mühelos hält die rüstige Rentnerin beim Training die zwölf Kilo schwere Kunststoffkugel in der Hand und bringt sie schwungvoll ins Rollen. «Kegeln erfordert eine ruhige Hand mit viel Gefühl. Der Sport fördert die körperliche und geistige Gesundheit,» sagt sie. Als Heidi vor rund 34 Jahren mit ihrem Team die ersten «Babeli» kippte, wurde sie noch belächelt. Damals war es nämlich nicht üblich, dass Frauen in einem Kegelklub mitspielen. Mit der Gründung einer Mannschaft ausschliesslich für Frauen rebellierten die «Dominos» dagegen, dass die Kegelbahnen zu diesem Zeitpunkt fest in Männerhand waren. Wie hätten die Herren der Schöpfung damals auch ahnen können, dass Heidi und ihre Kameradinnen sich eines Tages drei Mal in Serie den Titel des Schweizermeisters holen würden. Dass Kegeln nicht bloss Männersache ist, hat das eingeschworene Team jedenfalls damit bewiesen.

Nachwuchs ist gefragt

«Nachwuchs ist gefragt», sagt Verena Schaad. Kegeln ist eine Randsportart und findet besonders bei älteren Menschen Anklang. Dessen ist sich der Damenkegelklub «Domino» sehr wohl bewusst. «Es wäre trotzdem schön, wenn wir auch Jugendliche für das Kegeln begeistern könnten», meint Präsidentin Verena Lüthi. Gerne würden die «Dominos» neue Mitglieder in ihrem Klub willkommen heissen.

Heute Sonntag hat der Kegelklub jedoch bloss ein Ziel: Möglichst viel «Holz» (Volltreffer) erzielen. Am 27. August 2011 begann die 58. Schweizer Kegelmeisterschaft der Schweizerischen Freien Kegler Vereinigung (SFKV) mit einem feierlichen Auftakt im Kegelsportzentrum Rössli in Heimberg. Verena Lüthi, die sich als Präsidentin um das Organisatorische kümmert, meldete ihr Team für den Wettkampf an. Heute haben die Damen die Chance, zu zeigen, dass sich das allwöchentliche Training auszahlt. Wie sich die «Dominos» an der Schweizermeisterschaft geschlagen haben, wird jedoch erst am 15. Oktober bekannt gegeben. Bis dahin finden im Berner Oberland noch weitere Wettkämpfe statt.

Lotti Capitani ist die Einzige des achtköpfigen Teams, die noch über keine Kegel-Lizenz verfügt und nicht am Wettkampf teilnehmen kann. Zur seelischen Unterstützung begleitet sie jedoch ihre Kameradinnen. Diese werden heute jeweils 100 Würfe kegeln. Trainerin
Therese Schaad zeigt sich zuversichtlich: «Jede von uns wird ihr Bestes geben, bis zum letzten Schuss».

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