Niederbuchsiten
Auf Erfolgskurs: Jura AG baut grössere Halle

Die Jura AG verkaufte immer mehr Kaffee-Maschinen. Der wirtschaftliche Erfolgt schreit nach Vergrösserung des Betriebes: Bereits im Oktober wird der repräsentative, 100 Meter lange Neubau in Niederbuchsiten bezugsbereit sein.

Myriam Sperisen
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Jura-CEO Emanuel Probst neben dem Modell für Halle 3 – hier sollen noch in diesem Jahr die Bereiche Ersatzteilmanagement und Messe & Events untergebracht werden. my

Jura-CEO Emanuel Probst neben dem Modell für Halle 3 – hier sollen noch in diesem Jahr die Bereiche Ersatzteilmanagement und Messe & Events untergebracht werden. my

Solothurner Zeitung

Noch nicht ganz 60 Jahre ist es her, als es bei der Jura AG in Niederbuchsiten brannte. Danach musste quasi die ganze Firma neu aufgebaut werden. Niemand, der aktuell in der Firma arbeitet, kann sich noch daran erinnern. Inzwischen geschah eine Menge: Generationenwechsel, und die Jura-Kaffeemaschinen sind auf allen Kontinenten ein Begriff.

Das soll so bleiben, und deshalb sucht sich die Firma immer neue Märkte und konzipiert Produkte, auch gezielt im Luxus-Segment. Emanuel Probst lobte gestern am jährlichen Medienfrühstück das «coole, nordische Design und die schweizerische Verlässlichkeit» – «zwei Faktoren, die an Schweizer Produkten extrem geschätzt werden». Zum Geschäftsgang äusserte sich Finanzchef (CFO) Marius Grossrieder (siehe Seite 10) optimistisch.

Abbruch und Neubau

Im laufenden Jahr wird auf dem Firmengelände der Jura AG, im östlichen Teil, eine neue Halle gebaut, intern als Projekt «Halle III» bezeichnet. «Auf der Autobahn von Zürich her wollen wir ebenfalls ein repräsentatives Bild abgeben», sagte Probst. Bereits im Oktober soll die neue, rund 100 Meter lange Halle fertig sein, dort wo jetzt die alte steht. Laut Baupublikation in einer Ausgabe des amtlichen Anzeigers vom letzten November handelt es sich dabei um den «Abbruch der bestehenden Halle Nr. 298 und Neubau mit Vergrösserung». Mit den Bauarbeiten kann bald begonnen werden. Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sind derzeit mit Räumungsarbeiten beschäftigt, ein Teil der Halle ist bereits vollständig leer.

Die Bauleitung obliegt dem Solothurner Ingenieurbüro Katzenstein sowie der Zürcher Architektur-Firma Candio & Büttler.

Keine neuen Arbeitsplätze

«Die alte Halle hat vierzig Jahre lang gute Dienste geleistet», hielt Emanuel Probst fest, man habe darin eine Art «Container-City» (für Büroräume) eingebaut, und sogar ein Chalet, erzählte er weiter. Auch das Ersatzteillager befindet sich in der Halle: einige Mitarbeiter managen die Hochregale, andere fahren Gabelstapler – wie es eben in einem Lagerhaus grob geschildert abläuft. Von aussen ist diese alte Halle unspektakulär, was man von der geplanten laut Probst keinesfalls behaupten kann.

Neue Arbeitsplätze hat der Neubau aber nicht zur Folge – jedenfalls nicht direkt, wie es heisst, denn: «Wir brauchen diesen Platz. Als wir neulich etwas im Eventbereich planten, waren 60 Leute im Einsatz», erklärt Probst die Dimensionen. In Sachen Arbeitsplätze steigere sich das Unternehmen kontinuierlich und das weltweit.

Keine «Findel-Maschinen» mehr

Ein kleineres Problem, jenes der «Findel-Kaffeemaschinen», wurde mit dem beleuchteten Quader auf dem Firmengelände gelöst. Es handelt sich dabei um einen «Tresor», wo die Kundschaft ihre servicefälligen Geräte einschliessen kann. Es sei oft vorgekommen, dass montagmorgens, gut versteckt, Kaffeemaschinen auf dem Firmengelände entdeckt wurden, «wie Findelkinder», so Probst. Es handelt sich dabei immer um Geräte von Leuten, die in die Ferien gefahren sind und «noch schnell in den Service» wollten.