Solothurner Achter
Auf der Suche nach der schnellsten Linie

Kurze Wege und keine unnötigen Kurven. Das macht einen guten Steuermann aus. Der Solothurner Achter am 29. Achterrennen auf der Aare wurde vom 15-jährigen Lukas Ingold gesteuert.

Hanspeter Schläfli
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Ruderclub Solothurn
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Steuermann Lukas Ingold: «Man kann die Kommandos heute auch freundlich geben.»

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Hanspeter Schläfli

Acht gestandene, muskulöse Männer mussten am Samstag einem leichtgewichtigen Teenager gehorchen, als die 29. Ausgabe des Achterrennens auf der Aare ausgetragen wurde. Im Solothurner Boot gab nämlich mit Lukas Ingold ein 15-jähriger Schüler den Ton an.

Und der wollte den Heimvorteil auf der Aare nutzen: «Wir sind die Strecke ein paarmal abgefahren und ich weiss genau, wo die schnellste Linie durchgeht.»

Aber ist ein Steuermann nicht einfach zu faul, um selber zu rudern? «Sicher nicht», meint Ingold, «ich rudere selber. Und zwar Skif, da ist man auf sich alleine gestellt. Ich finde es einfach einen coolen Job.» Er habe richtig Spass daran, ein Steuermann zu sein. «Es kann gut sein, dass heute der Beginn einer langen Karriere ist.»

Kurze Wege und keine unnötigen Kurven. Das mache einen guten Steuermann aus. Und bei der Streckenbeschreibung in der Sitzung vor dem Rennen den Organisatoren muss dieser gut zuhören.

«Beim Inseli fahren wir rechts vorbei, aber nicht zu nahe am Ufer», erklärte OK-Chef Thomas Christen die Gefahren auf der Aare. Dann markierte er auf einer Karte die Stellen mit roter Farbe, wo unter der Wasseroberfläche Baumstämme sein könnten.

«Alleine schafft man das nicht»

Früher gehörte auch eine laute, klare Stimme zu einem guten Steuermann – weshalb es bis heute viele Steuerfrauen gibt. Seit einigen Jahren gibt es aber ein kleines Lautsprechersystem für die Ruderboote. «Man kann die Kommandos heute auch freundlich geben», meint der 15-jährige Schüler.

«Nur wenn die Mannschaft etwas falsch macht, muss ich laut schreien.» Kann ein schlechter Steuermann ein Ruderboot sogar zum Kentern bringen? «Nein, alleine schafft man das nicht, da müsste die Mannschaft auch noch mithelfen.» Das grösste Risiko des Kenterns besteht wohl beim Einsteigen, das absolut koordiniert passieren muss.

Dann gings mit fliegendem Start beim Pier 11 los auf die 10 Kilometer. Zuerst die Aare hoch, dann rings ums Inseli und wieder zurück. Wenig mehr als eine halbe Stunde brauchten dafür die schnellsten Achter.

«Unsere Linie stimmte und wir hatten richtig Power drauf», sagte Steuermann Ingold kurz nach der Zieldurchfahrt. «Ich habe ein sehr gutes Gefühl, ich glaube sogar, wir haben gewonnen.»

Da hatte wohl die Begeisterung vorübergehend das Ruder übernommen. Am Ende gab es für den SRC mit den Ruderern Jürg Orfei, Jan Danz, Andreas Zutter, Marc Freiburghaus, Jan Finklenburg, Peter Röösli, Matthias Fürholz, Patrick von Däniken und Steuermann Lukas Ingold aber den guten 3. Platz, rund 2 Minuten hinter dem RC Baden und dem RC Bern.

Nächstes Jahr ein Jubiläum

Dafür war das Wetter war besser als die Prognosen – wobei «besser» in diesem Fall nur als Steigerung von «schlecht» zu verstehen ist. Es gab leichten Regen und im November war es auch schon viel kälter. So kamen erstaunlich viele Zuschauer ans Pier 11 und die kleine Festwirtschaft boomte.

«Es haben sich 23 Mannschaften angemeldet und alle sind zum Start erschienen», zog Thomas Christen als OK-Chef ein positives Fazit. Der Anlass war al ein voller Erfolg für den Ruderclub und alles spricht für eine 30. Regatta im nächsten November.

Die Sieger des 29. Achterrennens. Frauen: RC Blau Weiss Basel (Elena Stoffel, Adriana Wälti, Shenja Erismann, Elizabeth Schefer, Lauriane Angué, Stefi Thoma, Seraina Rodewald, Anna Zoss. St. Tilla Gallay). Junioren: Belvoir RC (Nils Kesser, Luca Batelli, Julia LaRoche, Josephine Jaquenod, Gregor Leiprecht, Tom Blackmore, Robyn Imboden, JanErik Gustafson. St. Tamara Strassmann). Männer: Seeclub Luzern / Ruderclub Kreuzlingen (Raffael Balzarini, Adrian Wicki, Pasquale Chiella, Roman Hagen, Simon Schmid, Joel Horni, Tim Eichmann, Christian Wirz. T. Caroline Perchous). Masters: RC Baden (Peter Gloor, Fred Ammann, Achim Gsell, Rainer Hövel, Peter Flohr, Nicholas Allan, Michael Hagenbach, Andreas Pirscher. St. Sam Wyler)