Bucheggberg
Auf den Spuren von Kleinbauern und grossen Ideen

Herrschaftliche Weinreben, Nussöl und neu gezüchtete Apfelsorten: Im Herbst bringt der bäuerlich geprägte Bucheggberg Vielfältiges auf den Tisch. Doch nicht nur für den Gaumen, auch für das Auge hält der Bezirk im Herbst Überraschungen parat.

Christof Ramser
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Waldwanderweg Bucheggberg
7 Bilder
Bis vor hundert Jahren stand hier die Chruttmühli
Blick Richtung Ribiloch
Im idyllischen Mülitäli
Früher waren hier Wässermatten
Wo der Mülibach aus seiner Höhle fliesst
Der Mahlstein und die Grundmauern zeugen von der Chruttmühli

Waldwanderweg Bucheggberg

Solothurner Zeitung

Herrschaftliche Weinreben, Nussöl und neu gezüchtete Apfelsorten: Im Herbst bringt der bäuerlich geprägte Bucheggberg Vielfältiges auf den Tisch. Doch nicht nur für den Gaumen, auch für das Auge hält der Bezirk im Herbst Überraschungen parat. Denn wenn sich der zähe Nebel aus Limpach- und Aaretal auf 600 Meter Höhe langsam verzieht, dann scheint es, als streue der goldene Oktober das Sonnenlicht besonders grosszügig über die sanften Hügelwellen zwischen Schnottwil und Lüterkofen. Ein ausgedehnter Spaziergang auf dem vor zwei Jahren eingeweihten Waldwanderweg und ein Abstecher ins Limpachtal zeigen unbekannte und kuriose Ansichten.

Wer mit dem Auto kommt, findet beim Schloss Buchegg einen grossen Parkplatz. Es ist der Start-und-ZielPunkt der Waldwanderung. ÖV-Benutzer steigen beim «Blumenhaus» aus dem Postauto. Bald verschwindet das trutzige «Buechischlössli» aus dem Blickfeld, und vorbei an Einfamilienhäusern gelangt man ins Gebiet Steinrüschen, dort, wo der Mülibach aus seinem Tal ins Siedlungsgebiet von Küttigkofen und schliesslich Richtung Emme fliesst. Jetzt nur ein paar Schritte bachaufwärts, und man ist bereits mittendrin im Paradeabschnitt der ersten Etappe auf dem Waldwanderweg. Das Mülitäli bietet Einblick in teilweise umstrittene Kapitel der Agrargeschichte und liefert Stoff für gruselige Sagen. Doch vor allem findet man den unverbauten Bachlauf entlang die pure Idylle.

Wässermatten und vernetzte Biotope

Zum einen sind da die Wässermatten, die bis vor wenigen Jahrzehnten das Gras besonders saftig zum Wachsen brachten. Noch heute sind die Gräben angedeutet, die das mineralreiche Wasser im Tal verteilten. Ein Stollen im brüchigen Sandsteinfelsen sorgte dafür, dass der Bach auf einem höheren Niveau blieb und so eine grössere Fläche Wiesland in Tscheppach und Brügglen bewässert werden konnte. Noch immer haftet diesem von Menschenhand gegrabenen Tunnel etwas Geheimnisvolles an.

Zum andern sind da die Hecken und Ufergehölze, die dank Direktzahlungen des Bundes unterhalten werden. Wandergspänli Hans Neeracher, ein bekannter Botaniker im Bucheggberg, lobt das Vernetzungsprojekt: «Pflanzen und Tiere brauchen wieder mehr Raum zum Leben.» Dafür müsse sich der Mensch Grenzen setzen, zugunsten der natürlichen Vielfalt.

Mittlerweile sind Turnschuhe und Socken tropfnass. Trotz strahlendem Sonnenschein lohnt es sich, wasserfeste Schuhe anzuziehen – jedenfalls für Abenteurer, die den befestigten Weg verlassen wollen.

Naturreservat im «Möösli»

Während feiner Backduft aus dem «Ofehüsi» in Brügglen die Nase umspielt, gehts weiter durch das Ribiloch Richtung Tscheppach und hoch zum Wallisbergwald, wo Brachflächen noch immer von der verheerenden Kraft des Orkans «Lothar» zeugen. Zügig gehts danach entlang der Apfelplantage «Pomaretum» in Hessigkofen und auf dem Kamm des mittleren Bucheggberger Höhenzugs weiter durch das Aspliwäldchen Richtung Gächliwil. Im Gebiet südlich davon, so Hans Neeracher, dürfte eine der beiden Quellen des Mülibaches liegen. Tritt man wieder aus dem Wald, ist bereits die Hochebene des Gächliwiler Mooses in Sichtweite – ein Feuchtgebiet, das als als einziges kantonales Naturreservat im Bucheggberg besondere Bedeutung hat.

Beim Wendeplatz unterhalb des schmucken, alten Gächliwiler Schulhauses mit dem Türmchen endet diese erste Etappe. Wer will, kann via Sandsteingrube auf dem Bockstein Richtung Aetigkofen und Mühledorf den Rückweg antreten. Wer sich für den Abstecher ins Limpachtal und zum geschichtenumrankten Balmkirchlein interessiert: Er folgt in Teil 2 dieser Wanderserie nächste Woche.

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