Atomkraftwerk
Auch Gösgen II bekommt sein Zwischenlager

AKW Im Kanton Solothurn gibts – im Gegensatz zum Bernbiet – keine Konsultativabstimmung über ein neues AKW. Klar wird nun, dass auch für Gösgen II ein weiteres Zwischenlager geplant ist.

Andreas Toggweiler
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Keystone

Auch beim geplanten neuen Atomkraftwerk Gösgen II soll ein Zwischenlager für radioaktiven Abfall entstehen. Die bestätigt Alpiq-Sprecher Andreas Werz auf Anfrage. Ein Zwischenlager sei in allen drei geplanten neuen Kernkraftwerken vorgesehen, betonte Werz weiter. Über die Grösse des Zwischenlagers für Gösgen II für hoch radioaktive, abgebrannte Brennelemente könne man noch keine Angaben machen.

Keinen Zusammenhang sieht Werz zum Umstand, dass im bestehenden Kraftwerk Gösgen-Däniken die Kapazität des Nasslagers für ausgebrannte Brennelemente erst 2008 erhöht wurde. Mit dem eigenen Zwischenlager könne man Transportwege einsparen, begründet er. Denn das neue Kraftwerk liege nicht unmittelbar neben dem Bestehenden.

Zwischenlager kein Thema

Die Diskussion um ein angegliedertes Zwischenlager ist letzte Woche im Kanton Bern entbrannt im Rahmen der Konsultativabstimmung am 13. Februar zum Ersatz des AKW Mühleberg. Die Gegner des Kraftwerks kritisierten die Informationspolitik im Vorfeld. Diese habe verschwiegen, dass das KKW-Projekt auch ein Zwischenlager enthalte.

Auch kein explizites Thema war das geplante Zwischenlager bei der «Richtplananpassung neues Kernkraftwerk Niederamt» (vgl. Artikel oben), wie Bernard Staub, Chef des Amtes für Raumplanung, bestätigt. Dieses sei Teil der Gesamtanlage.

Ist Niederamt AKW freundlich?

Für Urs Huber, SP-Kantonsrat und Aktivist der Aktion «Niederamt ohne Endlager», ist die Trennung der Kraftwerkfrage von der Abfallproblematik Augenwischerei, auch wenn dies von der Stromindustrie immer wieder gemacht werde. «Es geht am Ende immer um Lagerkapazitäten für Atomabfall, den niemand will.»

Huber will zudem aufräumen mit dem Klischee, das ganze Niederamt sei AKW-freundlich. Es gebe immer mehr skeptische Stimmen, was auch der Einwendungsbericht zur Richtplananpassung zeige.

Mehr Klarheit darüber dürfte der kommende Donnerstag bringen, wenn die sozioökonomische Studie der Gemeindepräsidenten des Niederamtes zu Gösgen II vorgestellt wird. «Da könnten noch einige Leute auf die Welt kommen», sagt Huber.

Die Kräfte bündeln

Dass im Kanton Solothurn nicht wie im Kanton Bern konsultativ über ein neues AKW abgestimmt wird, wurde bereits 2007 im Kantonsrat vorgespurt, der damals die Regierung mit grossem Mehr verpflichtete, sich für Gösgen II einzusetzen. Dass seither politisch auf Kantonsebene wenig lief, sieht Huber nicht als verpasste Chance. Es gelte, die Kräfte zu bündeln für den nationalen Abstimmungskampf 2013. «Denn alle kantonalen Abstimmungen sind für den Bund nicht verbindlich.»

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