Anschlag in Olten

Atomlobby verurteilt den Anschlag aufs Schärfste

Atomfreundliche Politiker reagieren entsetzt auf den Anschlag in Olten. Sie sehen in der Tat einen Zusammenbruch der Schweizer Demokratie - gleichzeitig machen sie sich aber auch Sorgen um die eigene Sicherheit.

Das Büro von Ständerat Rolf Büttiker ist nur gerade 200 Meter vom Gebäude der Swissnuclear in Olten entfernt. «Ich habe die Explosion zwar nicht gehört aber die Nachricht verbreitete sich wie ein Lauffeuer», sagt der Verwaltungsrat des AKW Leibstadt gegenüber der az.

Der Bombenanschlag habe der politische Auseinandersetzung eine neue Dimension verliehen. «Ich bin sehr enttäuscht, dass es Menschen gibt, die statt Argumente hinterhältige Bomben einsetzen.» Der Anschlag sei ein Schandfleck für die politische Kultur der Schweiz.

«Verabschenste Art von Politik»

Auch Markus Zemp, CVP-Nationalrat (AG) und ebenfalls Verwaltungsrat von Leibstadt, verurteilt den Anschlag aufs Schärfste. «Gewalt anzuwenden ist immer katastrophal und zeigt in diesem Fall, dass die Argumente nicht zählen», so Zemp. Pirmin Bischof, Solothurner CVP-Nationalrat und Verwaltungsrat des AKW Gösgen spricht von «der verbscheuungswürdigster Art von Politik» und einem «Zusammenbruch der Demokratie».

Ebenfalls betroffen äusserst sich Corinna Eichenberger, Aargauer FDP-Nationalrätin und Präsidentin des Nuklearforums Schweiz: «Ich bedaure diesen Anschlag sehr, es ist nicht die Art und Weise, wie in der Schweiz politisch diskutiert wird.»

«Nicht in Panik ausbrechen»

Ist bei den Atomlobbyisten nun die grosse Angst vor Anschlägen ausgebrochen? «Ich bin kein Schisshase, aber klar macht man sich so seine Gedanken», sagt Büttiker. Er wolle jetzt aber nicht in Panik ausbrechen, sondern sich besonnen verhalten. Ähnlich reagiert Pirmin Bischof: «Ich bin mir bewusst, dass ich als Anwalt und Politiker auch Risiken eingehe.»

Büttiker appelliert an alle Beteiligten, die emotionale Stimmung nicht weiter anzuheizen. «Die Diskussion um die Zukunft der Kernkraft muss jetzt sachlich und fair weitergeführt werden.»

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