Math-Science-Night
An der Math-Science-Night wurde Naturwissenschaft greifbar gemacht

An der ersten Math-Science-Night wurde fürs Image der Mathematik eine Lanze gebrochen. Die Mathematik sollte im Sinne eines Kulturgutes der Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden.

Hanspeter Schläfli
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An der ersten Math-Science-Night wurde für die Mathematik eine Lanze gebrochen
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Ein Erlebnislabor sondergleichen
Mathe gibts auch für «Minis»

An der ersten Math-Science-Night wurde für die Mathematik eine Lanze gebrochen

Felix Gerber

Punkt 17 Uhr gehen in der Aula der Pädagogischen Hochschule FHNW die Lichter aus. Mit etwas Rauch macht Peter Labudde einen Laserstrahl sichtbar und erntet dafür «Aahs» und «Oohs» von seinem jungen Auditorium. Die erste «Math-Science-Night» in Solothurn hat mit dem Vortrag, «Naturphänomene zum Entdecken, Staunen und Verstehen» begonnen.

«Mathe ist nicht einfach trocken»

Es war einiges los am Freitagabend in dem Schulhaus, welches im Volksmund immer noch Lehrerseminar heisst. «Unser Ziel ist es, das Bild von Mathematik und Naturwissenschaften zu korrigieren. Wir wollen zeigen, dass Mathematik nicht trocken sein muss und dass es sehr interessante naturwissenschaftliche Phänomene gibt», erklärt Christine Streit, die die erste «Math-Science-Night» organisiert hat. «Wir möchten die Mathematik und die Naturwissenschaften im Sinne eines Kulturgutes der Öffentlichkeit zugänglich und transparent machen.»

Mit Klebeband sind die Distanzen für das Experiment «Ich bin eine Funktion» abgesteckt. Mittels eines Radargeräts bewegen sich die Besucher entlang einer auf einer Leinwand vorgezeichneten mathematischen Funktion vor und zurück. Rund 30 weitere solcher Attraktionen gibt es, zum Teil an Kinder gerichtet, zum Teil an Erwachsene. Der Spass an Mathematik und Naturwissenschaften soll das Publikum öffnen: «Wir haben das Zielpublikum breit anvisiert», sagt Streit. Wir wollten nicht nur Jugendliche und Studierende ansprechen, sondern auch Kinder, Lehrpersonen und Familien. Schön wäre es natürlich, wenn wir auch Schüler als mögliche spätere Studierende für unsere Hochschule begeistern könnten.»

Spielerisches Experimentieren

Apfelbäumle müsste sie eigentlich heissen, Esther Bäumle, bei der man die in der Region beheimateten Apfelsorten kennenlernen und degustieren darf. Denn nicht alles, was man in der Pädagogischen Hochschule erleben und lernen konnte, hat im engeren Sinne etwas mit Mathematik zu tun. Naturwissenschaften werden als offenes Gebiet dargestellt. Da werden Kreisel gebastelt und danach bunt bemalt. «Alles grau», staunt die achtjährige Lara, als die Farben verschmelzen, wenn der Kreisel erst mal rasant dreht. Und da werden mit Schaschlik-Spiessen und Gummibändern Modelle gebaut. Wer den Trick raus hat, darf auf der Terrasse mit Bambus seine architektonische Konstruktion realisieren – wie einst die asiatischen Baumeister.

Nebenan wird das räumliche Vorstellungsvermögen mit den Soma-Würfeln getestet. «Ich habe schon zu lange nicht mehr Tetris gespielt», sagte der 10-jährige Nico entschuldigend, als er dann auch im dritten Anlauf scheitert.

Einblick in die Arbeit der PH

Im Verlauf des Abends werden die Themen und das Publikum «erwachsener» und komplexer. So referierte Markus Peschel schliesslich über die Auswirkungen von Fukushima auf die Schweiz, wobei er die Abschaltung aller Atomkraftwerke am Ende gar als einzige Lösung im Raum stehen lässt.

«Wir möchten die Pädagogische Hochschule für die Bevölkerung öffnen und das Gespräch suchen. Die PH wird vom Steuerzahler finanziert, und dieser soll auch das Recht haben, einen Einblick in unsere Arbeit zu bekommen», sagt Christine Streit. Wenn es nach ihr geht, so wird dies nicht die einzige «Math-Science-Night» bleiben: «Es wäre sehr schön, wenn unsere Veranstaltung einen festen Platz in der Kulturagenda der Region Solothurn bekommen könnte.»

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