Waldputzete
Amt für Umwelt reicht Strafanzeige wegen Elektroschrott im Wald ein

26 Solothurner Gemeinden folgten in den letzten zwei Wochen dem Aufruf des Waldeigentümerverbands und organisierten eine «Waldputzete». In Hersiwil entdeckten die Helfer sogar eine illegale Elektroschrott-Deponie.

Mirjam Stuber
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Die Elektroschrott-Deponie im Wald von Hersiwil. zvg

Die Elektroschrott-Deponie im Wald von Hersiwil. zvg

Solothurner Zeitung

Die Reinigungsaktionen fanden an verschiedenen Tagen statt. Am 10. September zum Beispiel veranstalteten 17 Gemeinden eine «Waldputzete». Laut Forstingenieur Matthias Nussbaumer haben rund 500 Personen daran teilgenommen. Die Solothurner Wälder wurden um eine grosse Abfallmenge erleichtert.

In Hersiwil füllten die 40 freiwilligen Helfer zwölf 110-Liter-Säcke mit Müll. Zudem fanden sie ein Fahrrad, eine grosse Menge landwirtschaftlicher Abfälle und einen halben Kubikmeter gefalteten Plastik. In einem Waldteil stiess die Gruppe zudem auf einen grossen Haufen illegal entsorgter Computer und Kopiergeräte. «Das ist unverständlich, da Elektrogeräte grundsätzlich kostenlos zurückgegeben werden können», sagt Nussbaumer. Das kantonale Amt für Umwelt hat Strafanzeige eingereicht. Die Ermittlungen laufen.

Weniger Abfall als erwartet

In der Gemeinde Gretzenbach fand man 200 Kilogramm Abfall. Dazu gehörten unter anderem zwei Kaffeemaschinen und ein Kindersitz. Laut Waldeigentümerverband wurden die meisten Abfälle an öffentlichen Grillplätzen oder entlang von Durchfahrtsstrassen und Waldwegen eingesammelt.

Nussbaumer ärgert sich: «Die Leute lassen auch heute noch viel Abfall in den Wäldern zurück. Ärgerlich sind landwirtschaftliche Abfälle, grosse Deponien von Elektroschrott und die zahlreichen illegalen Gründeponien.» Mühsam sei aber auch das Littering im «kleinen» Stil wie das rücksichtslose Wegwerfen leerer PET-Flaschen oder Verpackungen jeglicher Art. Der Forstingenieur stellt der Bevölkerung dennoch ein gutes Zeugnis aus: «Gesamthaft gesehen wurde weniger Abfall gefunden als erwartet.»

Sensibilisierung der Bevölkerung

An den «Waldputzeten» wurden die Abfallproblematik und das Konsumverhalten thematisiert. Die Bevölkerung, insbesondere die Jugend sollte durch die Wald-Anlässe für das Littering-Problem sensibilisiert werden. «In Aeschi waren die Kinder über die Schule involviert.

Sie malten Plakate, verfassten eine interessante Bildergeschichte und produzierten einen Film zum Thema Wald», berichtet Nussbaumer. Die Aktion «Waldputzete» war laut Waldeigenütmerverband ein grosser Erfolg. Er wünscht sich jedoch, dass bei einem künftigen Anlass noch mehr Leute mitmachen.