Kunstmuseum
Amiet und Hodler fahren von Solothurn nach Hamburg

Die Kunstmuseums-Ausstellung «Eine Künstlerfreundschaft zwischen Jugendstil und Moderne» ging erfolgreich zu Ende.

Melanie Riedi
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Die Restauratoren sind mit Fingerspitzengefühl bei der Arbeit. Fotos: Hansjörg Sahli

Die Restauratoren sind mit Fingerspitzengefühl bei der Arbeit. Fotos: Hansjörg Sahli

Das Kunstmuseum in Solothurn übergibt die bis vor kurzem ausgestellten Gemälde von Cuno Amiet und Ferdinand Hodler in den nächsten Tagen ans Bucerius Kunst Forum in Hamburg. Derzeit wird eingepackt. Viele Personen sind an der Arbeit. Die Restauratorinnen und Restauratoren kümmern sich um heikle Stellen an den Kunstwerken und inspizieren jeden Millimeter auf den Gemälden. Sie füllen Zustandsprotokolle aus und überwachen die Verpackung der Kunstwerke. Für den sicheren Transport der Bilder sorgen die Mitarbeiter des Kunstmuseums Solothurn sowie Angestellte diverser Transportfirmen und Kuriere. Jedes einzelne Bild wird ausschliesslich mit weissen Handschuhen angefasst und mit grösstmöglicher Sorgsamkeit behandelt.

Eine Kunstausstellung dieses Ausmasses kann sich das Kunstmuseum laut Leiter Christoph Vögele trotz grosszügiger Spenden nur etwa alle zehn Jahre einmal leisten. Grund sind die Versicherungspreise der Kunstwerke, die in den letzten zehn Jahren kontinuierlich anstiegen und mittlerweile horrend sind. Hätten sich nicht bereits mehrere Bilder von Amiet und Hodler in der Solothurner Sammlung befunden, wäre laut Museumsdirektor die vergangene Ausstellung aufgrund der Kosten gar nicht umzusetzen gewesen. Denn ein Projekt dieser Grösse stellt stets ein enormes finanzielles Risiko dar.

Beziehungen, Fairplay und Glück

Im Vorfeld war Christoph Vögele drei Jahre lang mit den Vorbereitungen zu dieser Ausstellung beschäftigt gewesen. Das Organisieren aller Bilder aus verschiedenen Museen und von Privatpersonen nimmt stets enorm viel Zeit in Anspruch. «Ob einem schliesslich ein Gemälde ausgeliehen wird oder nicht, ist ein oft sehr mühsamer und ungewisser Prozess», erzählt Vögele.

Das A und O eines solchen Verhandlungsprozesses seien langjährige Beziehungen, Fairplay und auch eine Portion Glück. Jedes Museum erarbeite sich über Jahre hinweg einen Ruf, den es zu pflegen gilt. «Ohne gute soziale Kontakte und berufliche Beziehungen kann kein stabiler gegenseitiger Kunstwerkaustausch entstehen», resümiert Vögele. Aus diesem Grund suche er auch stets Kontakte zu anderen Museen, um für sein Haus ein möglichst vielseitiges und ausgefülltes Programm zusammenzustellen.

Persönliche Freundschaft als Auslöser

Der Auslöser für die Weitergabe der Bilder von Solothurn ans Bucerius Kunst Forum in Hamburg, war die persönliche Freundschaft zwischen Ortrud Westheider und Christoph Vögele. Hätte die Direktorin des Bucerius Kunst Forums nicht eine derartige Begeisterung für das Amiet-Hodler-Projekt gezeigt und Vögele nicht schon einmal in Hamburg eine Ausstellung auf die Beine gestellt, wäre aus dem Ausstellungsthema zu «Eine Künstlerfreundschaft zwischen Jugendstil und Moderne» in Hamburg wohl nichts geworden. Übrigens wird die dortige Ausstellung nicht eins zu eins derjenigen von Solothurn entsprechen. Sie wird etwas kleiner ausfallen, da einige Werke gar nicht über die Grenze geführt werden dürfen.

Durch die am 28. Januar beginnende Gemäldeausstellung in Hamburg sollen insbesondere die Bilder von Amiet in Deutschland bekannter gemacht werden. Hodler ist in unserem Nachbarland bereits ein sehr bekannter Name.