Schon etliche Zeit liegt den Gemeinden Flumenthal und Riedholz die Kreuzung Hinter-Riedholz auf der Seele. Denn der in den Sechzigerjahren erbaute und wegen seiner Ausmasse «Amerikaner-Kreuzung» genannte Knoten birgt, wie die Unfallstatistik zeigt, etliche Gefahrenquellen. Um die zweispurige Baselstrasse Richtung Hubersdorf und Günsberg von Luterbach, Attisholz und Flumenthal her zu überqueren, braucht es viel Aufmerksamkeit. Dies besonders, weil parallel zur Baselstrasse auch noch das Bipperlisi fährt.

In den letzten fünf Jahren haben sich hier 26 Unfälle ereignet, fünf davon unter Beteiligung der Bahn. Verletzt wurden dabei 15 Personen. Erkannt ist längst, dass die Querung der Baselstrasse das hauptsächliche Unfallgeschehen ergibt. In der Vergangenheit sind im Auftrag des Kantons Solothurn bereits etliche Studien erarbeitet worden, um an diesem neuralgischen Punkt die Verkehrssicherheit zu erhöhen.

Konzeptionelle Überlegungen

Stefan Niggli vom Amt für Verkehr und Tiefbau (AVT) orientierte die Mitglieder des Gemeinderates Flumenthal zum aktuellen Stand der Planung. Zum gegenwärtigen Zeitpunkt gehe es nicht um einen fixfertigen Erschliessungsplan, stellte Niggli klar, sondern um konzeptionelle Überlegungen, in welche die betroffenen Gemeinden frühzeitig eingebunden werden sollen. Eine Stellungnahme erwartet das AVT bis Ende August.

Die Grundlage dieser breiten Orientierung bot eine neue, «unabhängige» Expertise, die von Marc Laube, Mitarbeiter im Verkehrsplanungsbüro Bühlmann, Zollikon, vorgestellt wurde. Zur Analyse des Ist-Zustands gehören Zählungen der Verkehrsdichte. Gequert wird der Knoten täglich von rund 1400 Fahrzeugen in der Spitzenstunde von
17 bis 18 Uhr. 9000 Verkehrsteilnehmer sind hier auf der Baselstrasse unterwegs, 3700 biegen ab in Richtung Günsberg.

Sicherheit durch Ampelanlagen

Laube rechnet mit einer allgemeinen Verkehrszunahme in diesem Bereich um ein Prozent pro Jahr. Den Vollausbau der Areale Borregaard und ehemals Schilliger in Luterbach, wie auch die Transporte zur neuen Inertstoffdeponie, prognostiziert er mit nochmals 2,6 Prozent jährlich, was vor allem der von der Wilihofbrücke zum Knoten Hinter-Riedholz führenden Waldaustrasse erheblichen Mehrverkehr bringen dürfte.

Der Verkehrsplaner hatte drei gestalterische Möglichkeiten untersucht, um den Verkehr auf der Hauptachse funktionsfähig zu halten, das Queren der Kreuzung, sowie das Ein- wie Abbiegen zügig, aber gefahrlos ablaufen zu lassen. Verworfen wurde der einstreifige Kreisel, genauer untersucht der zweistreifige Kreisel, ein unkonventioneller Knoten unter der Bezeichnung «Unechtes Erdnüssli» und schliesslich ein mit Lichtsignalanlagen auf allen Spuren und Zufahrten ausgestatteter Kreuzungsbereich.

Die Beurteilung aller baulichen Massnahmen im Sinne von Leistungsfähigkeit, Ablauf, Lenkung und Sicherheit im Verkehrsgeschehen, aber auch bezüglich Landbedarf und kostengünstiger Erstellung zeigte die Vorteile der umfassenden Steuerung durch Lichtsignalanlagen. Da die Barriere für das Bipperlisi, zwingend bleiben muss, könne die Bahn, so Laube auf Nachfrage, mühelos in den Phasenablauf integriert werden.

Sogar, wenn sie demnächst im Viertelstundentakt fahre. Eine Tunnellösung in diesem Abschnitt komme wegen der hohen Kosten nicht infrage. Auf Wunsch des Gemeinderates erläuterte Niggli die Finanzierungssituation, die zu einem jeweiligen Beitragssatz von 11,72 Prozent auf die beiden Gemeinden Flumenthal und Riedholz aufgeteilt werde. Für Flumenthal bedeutet dies einen Betrag von 196000 Franken. Wegen eines Sparauftrags müsse das Projekt in der Realisierung um ein Jahr auf 2015/16 verschoben werden. Vorher werde eine Projektkommission unter Beteiligung von Flumenthal und Riedholz eingesetzt.