Nun könnten nur noch Einsprachen im Weg stehen und die Umgestaltung des Verkehrsregime in der Altstadt drosseln: Ansonsten gibt der Gemeinderat aber der Ausdehnung der Altstadtsperre grünes Licht. Gerade für Kraftfahrzeuge bedeutet dies aber «rotes Licht». Peter Fedeli, Kommandant der Stadtpolizei, erläuterte die Kernpunkte der Umgestaltung. Erstens wird die Altstadtsperre, die zurzeit ab jeweils 13.30 Uhr gilt, um zwei Stunden verlängert: Sie wird neu schon um 11.30 Uhr beginnen.

Südwestschlaufe fällt weg

Doch die Ausdehnung ist auch räumlicher Natur. So sind bis dato drei Verkehrsschlaufen mit verlängerter Durchfahrt definiert: die Nordschlaufe mit Franziskanerplatz, Rathausgase, Zeughausplatz und dem oberen Teil der Barfüssergasse; der Zugang zum Klosterplatz via Rittergasse; und als drittes die südwestliche Altstadt mit Stalden, westliche Hauptgasse über die Schaalgasse, Theatergasse, Gerberngasse, Löwengasse und den Landhausquai. Gerade die dritte Schlaufe wird nun aufgehoben und dem Regime der restlichen Altstadt zugeteilt. Für Anwohner mit Durchfahrtsbewilligung wird auf der Achse Gerberngasse–Löwengasse die Fahrtrichtung von West nach Ost umgestellt.

Ingesamt war der Gemeinderat für die Änderungen aufgeschlossen. Auch fanden Vorschläge kein Gehör, die Massnahmen saisonal zu begrenzen oder sie nur an bestimmten Wochentagen gelten zu lassen. Grundsätzlich soll auch gemäss Wortlaut des Beschlusses nach der ersten Sommersaison eine Auswertung stattfinden.

Strukturwandel als Einwand

Lediglich Kurt Fluri meldete wirtschaftliche Bedenken gegenüber der ausgedehnten Altstadtsperre an und prognostiziert einen Strukturwandel: «Wo eine Fussgänger zu gross dimensioniert wird, verarmt oder verschwindet der Branchenmix, während das Filialgeschäft Überhand nimmt.» So habe die Erfahrung anderer Städte gezeigt, dass mit ähnlichen Massnahmen eine Wertsteigerung der Grundstücke einhergehe. Einzelgeschäfte mit geringer Marge gerieten gegenüber den Filialläden dadurch ins Hintertreff.