Er hätte den Schuldspruch des Solothurner Obergerichts vom 24. März 2010 wohl besser akzeptiert, der gute Mann. Er – nennen wir ihn hier einmal Max – war damals wegen Beschimpfung zu einer bedingten Geldstrafe von drei Tagessätzen à 60 Franken, bei einer Probezeit von zwei Jahren, verurteilt worden.

Doch Max ist sich keiner Schuld bewusst und fühlt er sich zu unrecht verurteilt. Er witterte in den Entscheiden der solothurnischen Gerichtsbarkeit nicht weniger als Willkür. Deshalb reichte er beim Bundesgericht Beschwerde ein und verlangte einen Freispruch.

Dass Max den Gang nach Lausanne antreten «musste», hat er sich freilich selber eingebrockt. So urteilten jedenfalls nun auch die höchsten Richter im Land. Max hatte bei einem ihm bekannten Paar angerufen und den Ehemann gefragt, wo er seine «alte Moore» habe. Die alles andere als nette Titulierung konnte auch die derart tierisch qualifizierte Ehefrau mithören. Was prompt zur Beschimpfungs-Klage gegen Max – und zu dessen Marsch durch alle juristischen Instanzen führte.

Eine tierisch-teure Wortwahl

Im nun publizierten Urteil kommen die Bundesrichter zum Schluss, dass der angefochtene Entscheid des Obergerichts «unter Willkürgesichtspunkten nicht zu beanstanden» sei. Zeugenaussagen eines Ehepartners im Strafverfahren seien zulässig, und der Beschwerdeführer habe nicht schlüssig darlegen können, «weshalb die Aussagen des Ehemannes nichts rechtsgültig sein sollten».

Die Abweisung der Beschwerde hat ihren Preis: Nicht nur bleibt der Schuldspruch samt bedingter Geldstrafe wegen der «alten Moore» bestehen. Dazu kommt, dass Max nun auch noch die Bundesgerichtskosten im Betrag von 800 Franken berappen muss. Ohne Zweifel hätte er damals am Telefon doch besser nach dem «jungen Häschen» gefragt.