Nur einen Steinwurf westlich des Zentrums der Segelfluggruppe Olten auf dem Flugfeld Gheid in Olten, im Wullschleger-Hangar, begegneten sich kürzlich auf Einladung des Eigentümers Matthias Wullschleger ehemalige lokale Motorflugpioniere zu einem ungezwungenen Rendezvous. In memoriam weilte auch der Erbauer des Flugzeugunterstandes, Heinz Wullschleger (1914 bis 2002), bei seinen Motorfliegerkameraden.

Mit Vollgas aus dem Hangar

Als Eigentümer von drei Flugzeugen baute Heinz Wullschleger 1953 an der Gheidstrasse für seine Privatflotte – zwei Piper L-4 (HB-OBK und HB--OUW) sowie einer Piper Super Cup (HB-OOX) – einen Hangar mit einem schweizweit wohl einmaligen Hangartor. Es handelt sich dabei nicht um ein herkömmliches Schiebetor, sondern es wird in drei Teilen aufgeklappt. Während der untere Teil des Tores auf die ganze Flügelspannweite rechts und links geöffnet werden kann, besteht im oberen Teil eine Aussparung für das Seitensteuer des Heckradflugzeugs. So konnte der Pilot bereits in der Einstellhalle seinen Platz im Cockpit des Flugzeugs einnehmen und nach Abschluss der Flugvorbereitungen mit Vollgas aus dem Hangar heraus auf «seinem Privatflugfeld», das damals quer zur heutigen Segelflugpiste verlief, in Richtung Born starten. Des Generals «Luftkutscher»

Die militärische Karriere startete Heinz Wullschleger in der Fliegerschule in Magadino, wo er sich zum Militärpiloten ausbilden liess. Die Grundschulung absolvierte er auf der zweiplätzigen Bücker «Jungmann». Im Laufe der Zeit schulte er auf andere Muster um, und so weist sein Flugbuch Umschulungskurse auf die Dewoitine, die Fokker C V, die Messerschmitt Me-109 sowie die Morane Saulnier aus. Neben dem Ticino war Wullschleger noch in Payerne und in Sierre stationiert. Mit dem Stabsflugzeug (Bücker «Jungmann», A-6) pilotierte Heinz Wullschleger (Fl Kp 14) hohe Militärs an ihre Bestimmungsorte, unter anderen aber mehrheitlich den Oberbefehlshaber der Armee, General Henri Guisan, auf der Strecke Dübendorf–Magadino oder in umgekehrter Richtung.