Plagiate
Also doch: Auch bei den Solothurner Spitälern gibts falsche Doktoren

Auch bei der Solothurner Spitäler AG (soH) sind einige Ärzte mit «Dr.» angeschrieben, die gar nicht über einen Doktortitel verfügen. «Es sind rund 20 Fälle», gab die soH gestern zu.

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Auch das noch! Karl-Theodor zu Guttenberg mags wohl nicht mehr hören (Archiv)

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Keystone

Auch in den Solothurner Spitälern hat die systematische Überprüfung Fälle von unkorrekter Verwendung akademischer Titel zutage gefördert. Wie viele es genau sind, konnte soH-Sprecher Eric Send gestern Dienstag noch nicht sagen – die Überprüfung sei noch nicht abgeschlossen. «Es sind rund 20 Fälle, und es sind mehrere Standorte betroffen.»

Konkret geht es darum, dass die betroffenen Ärztinnen und Ärzte auf ihrem soH-Badge (Namensschild) mit «Dr. med.» angeschrieben sind, obwohl sie gar nicht über ein Doktorat verfügen. Warum das überhaupt möglich ist, konnte Send gestern auch nicht erklären; die Abklärungen seien noch im Gang. Eines stellte er jedoch klar: «Es handelt sich um Einzelfälle und um Fehler, die wir sofort korrigieren.»

Dies im Unterschied zum Gesundheitszentrum Fricktal (Spitäler Laufenburg und Rheinfelden), wo die Klinikleitung mit voller Absicht über Jahre 27 ihrer Ärzte mit Doktortiteln «ausgerüstet» hatte, die nie eine Doktorarbeit verfasst hatten – mit der Begründung, Verwechslungen von ärztlichem und Pflegepersonal vermeiden zu wollen.

«Wir haben keine falschen Ärzte»

Die an der soH festgestellten Fehler betreffen die unzulässige Verwendung des akademischen Doktorgrades. Hingegen habe die soH, wie Send betont, nie Personen als Ärzte ausgegeben, die gar keine ärztliche Ausbildung haben.

Übrigens gebe es laut Abklärungen auch vereinzelt umgekehrte Fälle, also Ärzte, die doktoriert haben, ohne dass das auf dem Badge vermerkt ist. Die soH beschäftigt insgesamt rund 350 Ärztinnen und Ärzte, davon haben nach Angaben von soH-Sprecher Eric Send rund 190 als Mediziner an einer Universität zum Dr. med. promoviert und dürfen folglich zu Recht diesen Titel tragen.

Bei den andern rund 160 soH-Ärzten ohne Doktortitel handelt es sich um diplomierte Ärzte (Assisenzärzte und/oder Oberärzte), die das medizinische Staatsexamen bestanden haben und in einem soH-Spital ihre Weiterbildungszeit zum Facharzt absolvieren oder die Weiterbildungszeit als Facharzt abgeschlossen haben, jedoch keine Dissertation gemacht haben.

In der Gesamtzahl von 350 Ärzten nicht eingeschlossen sind die Unterassistenten, die sich in der ärztlichen Grundausbildung (klinische Semester des Medizinstudiums) befinden.

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