Dass Bürgergemeindepräsident Sergio Wyniger sich seiner Sache gestern Nachmittag aber recht sicher war, beweist auch, dass er auf heute 14 Uhr eine Medienkonferenz in Aussicht stellte – wohl kaum, um ein Scheitern des Deals bekannt zu geben. Interessant aber auch, wo die Orientierung stattfinden soll, deckt sich doch der Ort mit unseren bisherigen Erkenntnissen: in der Regiobank Solothurn. Sie war nach dem Kapitalschnitt von 90 Prozent im Jahr 2001 der alleinige Financier der Kurhaus Weissenstein AG mit Hypothek, die sich zuletzt noch auf 1,725 Mio. Franken belief. Hinter den 10 verbliebenen Prozenten der einst gezeichneten 3,3 Mio. Franken Aktienkapital für die Kurhaus-Sanierung steht neben der Bürgergemeinde (ein Fünftel der Aktien) die Stadt Solothurn als Hauptaktionärin.

Und – Stadtpräsident Kurt Fluri ist Verwaltungsrat der Regiobank. Desgleichen aber auch Rolf Studer, VR-Vizepräsident der Seilbahn Weissenstein AG (Swag). Die Regiobank hatte vor über zwei Jahren auch die Aktienkapitalerhöhung um gut 11 Mio. Franken für die Swag durchgeführt – eine Voraussetzung für den geplanten Bahnneubau. Alles Indizien, dass der Solothurner Hausberg zumindest nicht in die Hände der «Fraktion» Pro Sesseli/Heimatschutz fallen dürfte.

Mit beiden Seiten gesprochen

Offenbar keine grosse Mühe hat Josef Ingold, VR-Präsident der Kurhaus Weissenstein AG, damit, dass die Bürgergemeinde ihn und die AG bisher aussen vor liess, was die Verhandlungen der letzten Woche betraf. «Wir hängen am Tropf unserer Geldgeber», meint Ingold leicht resignativ – ist doch der finanzielle Spielraum für die Baurechtsnehmer des Kurhaus-Haupttrakts sehr eng geworden. Klappt der Deal der Bürgergemeinde mit der Investorengruppe, müsste noch eine Aktionärsversammlung darüber befinden. Wohl eine Formsache, wenn diese durch den Kaufpreis entschädigt würde.

Ingold hatte im Sommer sowohl mit Pro Sesseli wie der Seilbahn Weissenstein AG gesprochen. «Seitens Pro Sesseli wurde betont, man ziehe das Rechtsverfahren um den Neubau bis zuletzt durch; von Seilbahnseite wurden Kurhaus-Investoren in Aussicht gestellt, aber erst, wenn die Bahn gebaut werden kann.»

In Sachen neuer Pächter stehen die Dinge zudem schlecht: «Wir haben noch zwei Bewerber, aber wir laufen eher ihnen nach als sie uns.» Und Ingold leicht verbittert weiter: «Die Aussichten fürs Wintergeschäft sind ihnen zu unsicher. Bei uns wird die Passstrasse gesperrt, im Bernbiet dagegen jeder Bauernhof frei gepflügt.»