IT-Strategie
Adieu Linux! Kanton setzt wieder auf Microsoft

Dank Linux hat der Kanton Solothurn Millionen gespart und tut dies auch weiterhin. Zu diesem Schluss kommt ein Expertenbericht. Daran soll auch die Anschaffung von Microsoft Office 2010 für alle Mitarbeiter nichts ändern.

Marco Zwahlen
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Linux ist Geschichte

Linux ist Geschichte

Keystone

Nach einem Zwischenbericht letzten Juli liegt nun der Schlussbericht der externen Experten zur IT-Strategie des Kantons vor. Untersucht wurden insbesondere die Kosten. Fazit laut einer Medienmitteilung der Regierung: Mit dem Einsatz der Linux-Arbeitsoberfläche respektive dem Wegfall von Lizenzgebühren und jeglichem Verzicht auf die Erneuerung der Windows-Plattform hätten von 2005 bis 2009 rund 10 Mio. Franken eingespart werden können. 3,7 Mio. Franken dieser Einsparungen seien nachhaltig und würden auch in den nächsten Jahren weiterhin anfallen.

Aufgrund des Zwischenberichts setzt der Kanton auch wieder auf Microsoft. Zu gross erwiesen sich die Probleme mit dem Linux-Desktop (wir berichteten). Die Umsetzung der Dualstrategie bedingt 2011 und 2012 für den flächendeckenden Ersatz des Linux-Desktops durch einen neuen Windows-Single-Desktop Investitionen von 7,5 Mio. Franken. Diese werden dem Kantonsrat als Nachtragskredit beantragt. Hinzu kommen bis 2014 zusätzliche Personalkosten von 1,8 Mio. Franken und um 0,5 Mio. Franken höhere laufende Kosten.

Dies führt für die Periode 2010 bis 2014 zu einer Erhöhung der IT-Kosten in der Staatsrechnung von 7,1 Mio. Franken. Der Expertenbericht kommt weiter zum Schluss, dass die Dualstrategie im Vergleich mit einer reinen Windows-Strategie über die gleiche Periode 2010 bis 2014 betrachtet 12,9 Mio. Franken weniger kostet. «Unter dem Strich bleibt somit ein Sparpotenzial von 5,8 Mio. Franken», so die Experten. Nicht untersucht wurde, ob mit Linux im Vergleich zu Microsoft der Arbeitsaufwand für die Mitarbeiter der Verwaltung höher war respektive ob es Produktivitätsverluste gab.

Keine Zweiklassengesellschaft

Im Applikations- und Datenbankbereich setzt der Kanton nach wie vor überwiegend auf Open-Source-Lösungen. Bekannt ist, dass ab Mitte 2011 die Linux- einer Windows-Arbeitsoberfläche weicht. Alle Computer haben weiterhin Open-Office-Programme (writer, calc). Neu ist, dass alle Computer zusätzlich mit Microsoft Office 10 (word, excel, outlook, usw.) ausgerüstet werden. Die Experten hatten dies nicht flächendeckend, sondern bedarfsgerecht empfohlen. Grund für diese Abweichung: «Wir wollten keine Zweiklassengesellschaft in der Verwaltung», so Urs Hammel, Departementscontroller Finanzdepartement, auf Anfrage.

Übrigens: Laut den Experten genügt die Linux-Plattform den sicherheitstechnischen Anforderungen. Kritischer schätzen sie den Einsatz der veralteten Microsoft-Plattform ein.

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