Damit die Amphibien die Strasse unbeschadet überqueren können, organisiert die Gemeinde Inkwil bereits zum elften Mal einen Froschzaun. Verantwortlich dafür ist Christian Zaugg, Mitglied der Baukommission. «An Tagen mit vielen Tieren können wir am Zaun bis zu 400 Tiere in Eimern einsammeln», erklärt er an einem Informationsabend. «Das kann pro Leerung bis zu einer Stunde dauern.» Der Einsatz dauert voraussichtlich bis Ende März.

Warm und feucht

«Wir haben zwischen 2500 und 4000 Tiere, die wir pro Jahr über die Strasse transportieren», erklärt Zaugg weiter. «Die Wanderung beginnt, wenn es rund acht Grad warm ist und genug feucht ist. Hauptsächlich Erdkröten, aber auch Grasfrösche sind dabei. Wir notieren jedes Mal die Anzahl, um einen Überblick zu erhalten. Wenn wir dann merken, dass es stark zurückgeht, bauen wir den Zaun wieder ab. Normalerweise dauert das etwa einen Monat.» Dafür braucht die Gemeinde unbedingt Freiwillige. Sie sucht sie per Flyer sowie per Aufruf im «Anzeiger».

Allerdings gibt es auch einen Stamm Freiwilliger, die sich jedes Jahr beteiligen und nicht mehr speziell angeworben werden müssen. «Wir haben aber meist eher zu wenig Leute. Dass wir praktisch keine Pensionäre haben, die sich beteiligen, erstaunt schon», so Zaugg. «Diese haben doch eigentlich mehr Zeit als die Berufstätigen.»

Morgen Samstag wird aufgestellt

Der Zaun wird morgen Samstag ab 9 Uhr aufgestellt. «Das wird ungefähr zweieinhalb Stunden Arbeit geben», erklärt Zaugg diesen ersten Einsatz. Für die Nächte der Amphibienwanderung werden die Helfer so eingeteilt, dass an jedem Wochentag morgens und abends die Kessel beim Zaun geleert werden. 14 Personen setzt sich Christian Zaugg jeweils zum Ziel: «So habe ich für jeden Wochentag eine Person für den Morgen und den Abend.» Dieses Jahr hat er diese beisammen. «Am Samstag können wir dagegen noch Helfer brauchen.»

Während der Zaun steht, wird auf der Strasse eine Geschwindigkeitsbeschränkung signalisiert. Denn fahren die Autos mehr als 60 Stundenkilometer schnell, fügt ihnen bereits der Luftdruck tödliche Verletzungen zu – es sterben nicht nur die, die überfahren werden. Wird langsamer gefahren, sind aber auch die Helfer weniger gefährdet. Zu ihrem Schutz tragen diese ausserdem Leuchtwesten und stellen Faltsignale auf.

Die meisten Anwesenden am Informationsanlass sind nicht zum ersten Mal dabei und kennen das Vorgehen bereits aus früheren Jahren. Ihre Unterstützung beschränkt sich nicht auf das Überqueren der Strasse. «Wichtig ist, dass ihr die Frösche am Morgen bis zum See runterbringt, sonst fallen sie auf den Feldern den Krähen zum Opfer», ruft Zaugg ihnen in Erinnerung.

Der Inkwilerseehat als Amphibienlaichgebiet dank der grossen Erdkrötenpopulation regionale Bedeutung. Die Erdkröte ist gemäss Roter Liste als verletzlich eingestuft.