Gerne wäre Fährfrau Regina Anderegg schon seit Anfang April gefahren. Da die Fähre noch in der Werkstatt ist, war es aber nicht möglich früher zu starten. «Wir wissen nicht, ob die Fähre heute Donnerstag oder sogar erst morgen nach Altreu kommt», erklärt Anderegg. «Aber morgen Karfreitag legen wir zum ersten Mal ab. Das ist ganz sicher.»

Im Frühling sei der Umsatz oft am besten. «Was wir in den letzten beiden Wochen verloren haben, das kann man erfahrungsgemäss schlecht aufholen. Wenn es im Frühling schön ist und warm, dann zieht es die Leute nach draussen. Dann holen sie ihre Fahrräder heraus und dann nützen sie die Fähre.» Und gute Umsatzzahlen kann die Fähre heuer gebrauchen. Denn das letzte, das war ein ganz schlechtes Jahr. 6800 Billette wurden verkauft. «Das ist das zweitschlechteste Ergebnis, seit wir hier in Altreu fahren.»

Schuld daran war einerseits das Wetter. Ostern war schlecht, der ganze April und der Mai konnten wettermässig nicht begeistern. «Unbeständig und nass war es», erinnert sich Regina Anderegg. Ende Mai war das Schweizer Fernsehen vor Ort. Man erinnert sich: Im August wurde «SF bi de Lüt» ausgestrahlt, direkt aus Solothurn. «Sie haben einen ganzen Nachmittag gedreht. Am Schuss war nur eine ganz kurze Frequenz von der Fähre in der Sendung. Aber trotzdem hatten wir danach Gäste, die sich daran erinnerten.» An Pfingsten war Petrus zum ersten Mal gut aufgelegt. Das Wetter stimmte – und auch der Umsatz für die Aarefähre. Die Sommerferien waren durchschnitt und der August verregnet. «Im Herbst konnten wir die Ausfälle nicht mehr aufholen.»

Defekte Bugklappe

Dann kam auch noch Pech dazu. Wieder einmal gab es einen Defekt an der Bugklappe. Während der schönsten Wochen im Juni musste die Aarefähre ihren Betrieb einstellen. Die Bugklappe musste schon mehrmals repariert werden. Die Aarefähre ist ein Prototyp. Die Bugklappe wurde ähnlich konstruiert, wie bei Polizei- oder Feuerwehrbooten. «Bei uns wird die Klappe aber um ein Vielfaches strapaziert», so Regina Anderegg. Während der Hochsaison im Sommer wird die Bugklappe manchmal alle zehn Minuten geöffnet. Die Passagiere laufen darüber – was eine weitere Belastung ist. Und jeder Wellenschlag von einem vorbeifahrenden Schiff ruft Reaktionen bei der offenen Bugklappe hervor. Die Vorrichtungen wurden in der Zwischenzeit zum dritten Mal verstärkt. «Die Schale des Schiffes ist tiptop in Schuss und sollte noch zehn bis fünfzehn Jahre halten.» In den Wintermonaten wurde der Rumpf abgeschliffen und neu gestrichen.

Wenig Spezialfahrten

Wegen des schlechten Wetters fanden auch nur wenige Spezialfahrten statt. Die Aarefähre bietet beispielsweise Fonduefahrten, oder Apérofahrten an. «Wir machen dieses Angebot nun wieder bekannt. Wir haben diverse Firmen in der Region angeschrieben und hoffen auf Buchungen.»

Daneben hofft Regina Anderegg aber vor allem auf besseres Wetter. «Der ‹Böögg› vom ‹Sächsilüte› hat einen guten Sommer prophezeit», gibt sie ihrer Hoffnung Ausdruck. Reparaturen sollten heuer möglichst auch keine anfallen. Mindestens was den Personalbestand angeht, kann die Fährfrau aufatmen. Im letzten Sommer haben zwei neue Fährleute angefangen. Und die beiden fahren auch heuer weiter.

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