Solothurn
Baselstrasse wird für 55 Millionen Franken umgestaltet – Bipperlisi und Autos teilen sich weiterhin die Fahrbahn

Das Vorprojekt für die Sanierung und Umgestaltung der Baselstrasse in Solothurn ist abgeschlossen. Es bestätigt die Machbarkeit des geplanten Mischverkehrs und die Sicherstellung der Fahrplansicherheit für das Bipperlisi. Das Vorprojekt ermöglicht auch eine bessere Eingrenzung der Kosten. Die aktuelle Schätzung beläuft sich auf rund 55 Millionen Franken.

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Blick in Richtung St. Katharinen: Sichere Fussgängerverbindungen mit Lichtsignalanlagen und Mittelinseln sowie getrennte Fahrbahnen für den schnellen und den langsamen Velo-/Verkehr schaffen auf der Baselstrasse eine Ordnung, die den gesamten Verkehrsfluss verbessert.

Blick in Richtung St. Katharinen: Sichere Fussgängerverbindungen mit Lichtsignalanlagen und Mittelinseln sowie getrennte Fahrbahnen für den schnellen und den langsamen Velo-/Verkehr schaffen auf der Baselstrasse eine Ordnung, die den gesamten Verkehrsfluss verbessert.

Walcher Fränzi

Das Amt für Verkehr und Tiefbau (AVT) und die Aare Seeland mobil AG (asm) planen gemeinsam eine umfassende Sanierung und Umgestaltung der Baselstrasse in Solothurn vom Kreisel Baseltor bis St. Katharinen. Nach der öffentlichen Mitwirkung im Sommer 2020 wurden etliche Projektanpassungen vorgenommen und ein Vorprojekt erarbeitet. Dieses liegt jetzt vor.

Die Sanierung des rund einen Kilometer langen Strassenabschnitts ist ausgesprochen komplex. Wegen des schlechten Zustandes der bestehenden Infrastrukturen müssen in sehr beengten Verhältnissen zwischen denkmalgeschützten Bauten zugleich eine Kantonsstrasse und eine Bahnlinie vollständig erneuert werden. In der Anfangsphase des Projektes stiess auch das Konzept des sogenannten Mischverkehrs auf verbreitete Skepsis.

Diese Bedenken konnten mit Verweis auf funktionierende Beispiele in anderen Städten und umfangreichen Verkehrsflussanalysen ausgeräumt werden. Für ein funktionierendes Nebeneinander von Bahn, motorisiertem Individualverkehr, Rad- und Fussverkehr auf begrenztem Raum bewähren sich Mischverkehrskonzepte im urbanen Raum seit Jahrzehnten.

Aufwand von 55 Millionen Franken

Für die Sanierung der Baselstrasse zwischen St. Katharinen und Kreisel Baseltor muss nach aktuellem Projektstand mit einem finanziellen Aufwand von rund 55 Millionen Franken gerechnet werden. Die Genauigkeit dieser Schätzung liegt bei +/-20 Prozent. Im nächsten Schritt wird ein detailliertes Bauprojekt ausgearbeitet, auf dessen Basis ein Kostenvoranschlag mit einer Genauigkeit von +/- 10 Prozent erstellt werden kann. Das Bauprojekt bildet die Grundlage für den politischen Entscheid und den Kreditantrag an den Solothurner Kantonsrat.

Nicht enthalten im Vorprojekt ist der Ausbau der Kreuzungsstelle St. Katharinen bis in den Bereich des Bahnübergangs Weissensteinweg in Feldbrunnen. Dieser Ausbau, der mit 12 - 15 Millionen Franken veranschlagt ist, wird im Rahmen des Bundesbeschlusses über den Ausbauschritt 2035 für die Eisenbahninfrastruktur bereits geplant, um die Kompatibilität zu gewährleisten. Die Kosten für die Sanierung und Umgestaltung der Baselstrasse werden zu rund zwei Dritteln vom Bund getragen. Den Rest übernimmt grösstenteils der Kanton Solothurn.

Die erste grobe Kostenschätzung für die Sanierung und Umgestaltung der Baselstrasse belief sich auf 30-40 Millionen Franken und basierte auf dem Betriebs- und Gestaltungskonzept von 2019. Resultierend aus der Mitwirkung und bei der Vorprojektierung sind zusätzliche Elemente wie ein Betriebsgebäude für einen Gleichrichter für den Bahnbetrieb bei St. Katharinen, eine Lichtsignalanlage am östlichen Dorfeingang von Feldbrunnen, eine zusätzliche Bahnschranke für den Fussverkehr bei der Voliere in Solothurn und die Verlegung von Werkleitungen in die Planung aufgenommen worden. Allein die Erneuerung der Werkleitungen kostet rund 5 Millionen Franken zusätzlich.

Visualisierung/Fotomontage Ausbau Baselstrasse Bipperlisi Mischverkehr zweigleisig.

Visualisierung/Fotomontage Ausbau Baselstrasse Bipperlisi Mischverkehr zweigleisig.

Zvg

Weitere rund 8 Millionen Franken sind auf die grössere Projekttiefe im Vorprojekt zurückzuführen und liegen im normalen Streubereich der ersten groben Kostenschätzungen. Die Detailabklärungen ergaben einen höheren Mittelbedarf während der Bauzeit für Umleitungsprovisorien, Verkehrsdienste, den Bahnersatzbetrieb und flankierende Massnahmen sowie zusätzlich notwendige Projektierungsleistungen bedingt durch die hohe Projektkomplexität.

Baustart auf 2024 geplant

Insgesamt hat das Vorprojekt die technische Machbarkeit der gewählten Lösungen bestätigt. Es wurden keine unlösbaren Punkte gefunden. Diverse zu klärende Fragen insbesondere zu Zufahrten konnten mit Grundeigentümern proaktiv bearbeitet und weiterentwickelt werden. Auch bei der Führung der Radwege wurden Verbesserungen erreicht.

Die Kosten für die Sanierung und Umgestaltung der Baselstrasse liegen im Bereich der Erfahrungswerte. Die Bauherrschaft hält fest, dass mit dem Vorprojekt ein wichtiger Zwischenschritt abgeschlossen werden konnte. Eine verbindliche Aussage über die definitiven Kosten ist erst nach Abschluss des Bauprojektes 2022 möglich.

Nach ihrer Beurteilung kann die Sanierung und Umgestaltung der Baselstrasse nicht länger hinausgeschoben werden. Weitere Reparaturen an der bestehenden Anlage würden zu jährlich steigenden Unterhaltskosten führen, ohne die bestehenden massiven Defizite zu beheben. Gemäss aktuellem Zeitplan ist vorgesehen, Ende 2024 mit den Bauarbeiten zu beginnen. (sks)