Schenkkreismord
50 000 Franken gehen an die Dubey-Erben

Teilerfolg für die Erben der ermordeten Grenchner Familie Dubey: Sie erhalten ein Drittel der vom Staat eingezogenen 150 000 Franken, die mutmasslich aus Schenkkreis-Aktivitäten stammen.

Samuel Misteli
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Schenkkreismord Dubey

Schenkkreismord Dubey

Solothurner Zeitung

Der Gerichtspräsident von Solothurn-Lebern hat die Beschwerde einer Erbin der ermordeten Familie Dubey abgewiesen. Damit ist die Einziehung von 151000 Franken aus dem Dubey-Vermögen rechtmässig. Gleichzeitig gibt das Gericht aber 50000 Franken der eingezogenen Gelder frei, damit die Erben die Kosten decken können, die nach dem Tod der Familie anfielen.

Die Staatsanwaltschaft hatte die Gelder, die mutmasslich aus Schenkkreis-Aktivitäten des getöteten Ehepaars stammten, vor einem Jahr zunächst beschlagnahmen lassen und im März schliesslich ihre Einziehung verfügt. Die Schwester von Margrit Dubey hatte dagegen Beschwerde erhoben. Ihr Anwalt machte am Montag vor Gericht geltend, die Einziehung sei unrechtmässig erfolgt, da sie sich nicht auf ein abgeschlossenes Strafverfahren stütze, sondern lediglich auf Ermittlungsergebnisse der Staatsanwaltschaft. Der Staatsanwalt argumentierte dagegen, in einem Einziehungsverfahren sei kein rechtskräftiges Urteil nötig.

Halbe Million illegal erwirtschaftet

Das Gericht ist nun mit dem Staatsanwalt der Meinung, die Einziehung sei rechtmässig erfolgt, da ein rechtskräftiges Urteil keine Voraussetzung sei. Es sei ganz klar davon auszugehen, so das Gericht, dass die Dubeys massiv an Schenkkreis-Aktivitäten partizipiert hätten – und sich somit unrechtmässig bereichert hätten. Die Staatsanwaltschaft geht davon aus, dass das Ehepaar rund eine halbe Million Franken illegal erwirtschaftet hat.

Neben der Abweisung der Beschwerde folgte das Gericht dem Staatsanwalt auch in einem zweiten Punkt: Es gibt 50000 Franken der beschlagnahmten Gelder frei. Das Geld soll (zusammen mit bereits freigegebenen 12000 Franken der Dubey-Tochter) den Erben ermöglichen, die Kosten zu decken, die nach dem Tod der Dubeys unter anderem für das Begräbnis und für die Wohnungsräumung angefallen sind. Diese belaufen sich auf 56000 Franken.

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