Solothurn

4’33 Minuten lang wirds dunkel auf dem Weissenstein

Daniel Ritter lässt die Weissenstein-Lichter ausschalten.

Daniel Ritter lässt die Weissenstein-Lichter ausschalten.

Zum 100. Geburtstag des Komponisten John Cage (1912–1992) hat sich Künstler Daniel Ritter aus Hellsau etwas Besonderes ausgedacht: Er lässt die «drei höchsten Solothurner» 4’33 Minuten lang abschalten.

John Cage war ein US-amerikanischer Komponist und Künstler. Viele seiner Kompositionen gelten heute als Schlüsselwerke der Neuen Musik. Cage war auch Wegbereiter der in den 1950er-Jahren entstandenen «Happenings», und er gilt als Anreger für die Fluxusbewegung und der Improvisationsmusik.

4 Minuten 33 Sekunden dunkel

Auf diesen wichtigen Künstler will nun ein hiesiger Künstler, nämlich der Bildhauer Daniel Ritter aus Hellsau, aufmerksam machen. Und er tut dies auf eine ganz besondere Weise. Ritter adaptiert John Cages wohl populärstes Stück «4’33» in die Solothurner Landschaft. Zur Erklärung: Im Stück «4’33» ist während der Zeitdauer von 4 Minuten und 33 Sekunden in einem Konzertsaal nichts ausser Stille zu hören.

Die Stille des Bergs

Ritter setzt nun diese Komposition um, indem er das Licht der drei Scheinwerfer auf dem Kurhaus Weissenstein jeweils um 18, 20, 22 und 24 Uhr für genau 4’33 Minuten ausschalten lässt. «So soll der eigentliche Jurabogen, die Dunkelheit zu erkennen sein. Es entsteht sicher auch Stille, die uns den Berg näherbringt.» Cage habe auch immer wieder mit Stein gearbeitet, so liege diese Übertragung seines Stückes auf den Weissenstein nahe.

«Was mit dieser Aktion entsteht, nämlich Dunkelheit während einer bestimmten Zeit, dort wo man sie nicht vermutet, ist bis ins Mittelland hinein erkennbar. Es soll auch etwas Humorvolles und eine Diskussionsgrundlage entstehen», sagt Ritter.

Cages Kunst sei so jedermann zugänglich. Auch ein Aspekt, welcher dem Amerikaner immer wichtig war. «Diese Kunst sprengt jeden Ausstellungsraum», ist der Ideenlieferant – so bezeichnet Ritter sich selbst – überzeugt.

«Die grösste Kunst»

Die grösste «Kunst» bei Ritters Vorhaben war aber wohl, die Verantwortlichen für die Weissenstein-Lichter, die Regio--Bank als Besitzer des Kurhauses sowie die AEK-Energieversorgung für sein Vorhaben zu begeistern. «Das hat schon einiges gebraucht, doch schliesslich konnte ich alle Beteiligten überzeugen», freut sich der Künstler. Er selbst ist bis heute Abend auch noch ziemlich nervös, ob sein Vorhaben auch klappen wird. «Vorgesehen ist, dass die gezielte Abschaltung bis Ende Januar 2013 vorgenommen wird.»

Verwandte Themen:

Meistgesehen

Artboard 1