Inland/Schweiz

Zahl der Organspender blieb 2019 gleich – 1415 Menschen sind auf Warteliste

Im europäischen Vergleich hinkt die Schweiz bei der Organspenderate immer noch hinterher. 2019 sind 46 Menschen auf der Warteliste gestorben.

Im europäischen Vergleich hinkt die Schweiz bei der Organspenderate immer noch hinterher. 2019 sind 46 Menschen auf der Warteliste gestorben.

157 verstorbene Menschen haben letztes Jahr ihre Organe gespendet. Das sind praktisch gleich viele wie im Vorjahr. 1415 Menschen warten auf ein lebensrettendes Organ.

(rwa) Im vergangenen Jahr erhielten 582 Menschen hierzulande ein gespendetes Organ, wie Swisstransplant am Dienstag mitteilte. Insgesamt verzeichnete die Schweiz 18,4 Organspenderinnen und -spender pro Million Einwohner. «Im Vergleich zu anderen europäischen Ländern bleibt dieser Wert weiterhin tief», schreibt Swisstransplant.

Die Folgen sind gravierend. 2019 starben 46 Menschen, die sich auf der Warteliste für ein Organ befanden. Insgesamt warten 1415 Menschen auf eine lebensrettende Transplantation.

Nach wie vor führt die fehlende Willensäusserung der verstorbenen Menschen laut Swisstransplant zu einer hohen Ablehnungsrate in den Spitälern. Nach Angaben der Organisation lehnen mehr als die Hälfte der Angehörigen eine Organspende ab, wenn der Wunsch der verstorbenen Person nicht bekannt ist.

Volksinitiative fordert Systemwechsel

Die Organspende ist zurzeit auch Gegenstand politischer Diskussionen. Die Organspende-Initiative will einen Systemwechsel herbeiführen und aus jedem Bürger im Todesfall einen Spender machen – sofern er sich zu Lebzeiten nicht gegenteilig geäussert hat. Heute muss aktiv werden, wer Organe spenden will und einen Ausweis ausfüllen.

Der Bundesrat befürwortet zwar den Grundsatz des Volksbegehrens, hält die Umsetzung aber für zu radikal. Er hat deshalb einen indirekten Gegenvorschlag ausgearbeitet. Dieser bezieht die Angehörigen bei der Entscheidung stärker mit ein.

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