Inland/Schweiz

Wolf spaziert durch Skischule: In Obersaxen fürchtet man um die Sicherheit der Kinder

Wolfsichtungen (hier in der Leventina) werden häufiger. (Symbolbild)

Wolfsichtungen (hier in der Leventina) werden häufiger. (Symbolbild)

Ein junger Wolf zeigt in Obersaxen keine Scheu vor den Menschen: Er wurde im «Kinderland» des Skilifts gesichtet.

(wap) Die «Südostschweiz» konnte am Donnerstag ein ungewohntes Bild publizieren: Es zeigt einen Wolf, der seelenruhig durch das Kinderland der Skischule Obersaxen spaziert. Aufgenommen hat es ein Leserreporter am frühen Morgen.

Für die Obersaxner ist das Mass damit voll. Seit Tagen werden in der Umgebung des kleinen Wintersportorts in der Surselva immer wieder Wölfe gesichtet. Nun hat Marco Casanova, Leiter der Skischule, beim Kanton nachgefragt, wie es weitergehen soll. «Normal ist das nicht mehr» sagt er gegenüber der «Südostschweiz.» Man müsse nun Massnahmen ergreifen, um die Sicherheit der Kinder zu gewährleisten. Adrian Arquint vom Amt für Jagd und Fischerei will jetzt das Gespräch mit den Betroffenen suchen.

Per Twitter meldete sich derweil die Gruppe Wolf Schweiz zu Wort, die sich als« politische Stimme der Grossraubtiere in der Schweiz» versteht. Gemäss ihrer Fernanalyse bestehe keine Gefahr: Die Fotos liessen vermuten, dass es sich um ein junges Tier handle. Diese seien von Natur aus neugieriger und weniger scheu als ausgewachsene Wölfe. «Davon geht unmittelbar keine Gefahr aus», so die Experten, die den Verantwortlichen eine Vergrämung des Tieres empfehlen.

Ob der Wolf dem Mensch gefährlich werden kann, wird in den Schweizer Wolfsgebieten immer wieder heiss diskutiert. Experten sind sich einig, dass der Wolf für die Bevölkerung keine Gefahr darstellt. In anderen Ländern kommt es jedoch immer wieder zu Attacken durch Wölfe, zuletzt am 30. Dezember 2019 in Kasachstan, wo der 23-jährige Timur Makhametov beim Wasserholen angegriffen und verletzt wurde.

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