Bözberg
«Wir weichen nicht von dem Verfahren ab»

Wo genau stehen wir in der Frage des Tiefenlagers? Und welches sind die nächsten Schritte? Die «Plattform Bözberg» gab Antworten.

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«Wir weichen nicht von dem Verfahren ab»

«Wir weichen nicht von dem Verfahren ab»

Peter Belart

Bei der «Plattform Bözberg» handelt es sich um ein Gremium von elf Personen aus unserer Region. Sie sind die Ansprechpartner der Region Bözberg gegenüber eidgenössischen Stellen, die sich mit Fragen des Sachplans befassen. Im Sachplan wird die Standortwahl für geologische Tiefenlager in der Schweiz geregelt.

Rund 80 Behördenmitglieder hatten sich im Riniker Zentrum Lee eingefunden, um sich über den Stand der Dinge in Sachen Tiefenlager von kompetenter Seite informieren zu lassen.

Etwas strengere Beurteilung

Nach der Begrüssung durch «Plattform Bözberg»-Mitglied Ueli Müller, Gemeinderat in Riniken, äusserte sich Hans Wanner zur Beurteilung der von der Nagra evaluierten sechs Standorte. Wanner ist Geschäftsleitungsmitglied des Ensi (Eidgenössisches Nuklearsicherheitsinspektorat) und dort Leiter der Abteilung Entsorgung. Wanner nannte die Beurteilungskriterien und die aus dem Verfahren resultierenden Schlüsse als korrekt, vollständig, transparent und nachvollziehbar. Trotzdem resultierten aus den durch das Ensi vorgenommenen Beurteilungen leicht abweichende, durchwegs etwas tiefere Qualifikationen. Markus Fritschi von der Nagra hielt jedoch fest, es liege in der Natur der Sache, dass ein Inspektorat strengere Massstäbe anwende. Und Wanner betonte: «Die Abweichungen sind geringfügig und liegen zumeist in einem engen Ermessensspielraum.»

Was den möglichen Standort Bözberg betrifft, so lauten insbesondere jene Kriterien, die das langfristige Sicherheitskonzept mitbestimmen, ausnahmslos sehr günstig. Dies betrifft unter anderem die hydraulische Barrierewirkung, die geochemischen Bedingungen, die Freisetzungspfade oder die Beständigkeit der Standort- und Gesteinseigenschaften.

Günstige Geologie

Aus der Sicht des Geologen sprach Meinert Rahn, ebenfalls Mitglied des Ensi. Er zeigte auf, dass die Begrenzung des Standortgebiets Bözberg auf geologische Argumente zurückzuführen ist. Im Gegensatz zu angrenzenden Gebieten verlaufen die Schichtungen hier sehr ruhig und weisen so gut wie gar keine Störungen (Brüche, Verwerfungen) auf. Darüber hinaus ist das Wirtgestein Opalinuston gut in die umgebenden Schichten eingebettet.

Schliesslich kam Monika Jost vom Bundesamt für Energie auf das weitere Vorgehen zu sprechen. In drei Etappen sollen die provisorischen Standortgebiete immer engmaschiger evaluiert werden. Daraus soll innert etwa zehn Jahren ein Standortentscheid durch den Bundesrat und durch das Schweizervolk resultieren. Auf die Frage, wie denn nun die Dinge um den kontroversen Standort Wellenberg stünden, antwortete Jost klipp und klar: «Wir weichen nicht von dem uns vorgegebenen Verfahren ab.» Alle sechs Standorte werden
also nach gleichen Kriterien weiter untersucht. Eine Reduktion der Kandidatenzahl erfolgt erst in Etappe 2, also etwa 2014/2015.

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