In einem Jahr sind Parlamentswahlen. Gehen Sie dort als SVP-Präsident mit dem Thema Schule auf Stimmenfang?

Toni Brunner: Seit drei Jahren nehmen wir uns der Bildung auf eidgenössischer Ebene an, weil die anderen Parteien das Thema sträflich vernachlässigt haben. Mit dem Lehrplan 21, der einen gesamtschweizerischen Einheitsbrei bringen würde, verstärkt sich unser Einsatz noch.

Was passt Ihnen denn nicht an der aktuellen Schulpolitik?

Wir sind für Grundprinzipien wie Leistungswille, Disziplin und Ordnung – statt der dauernden Reformitis. Denn darunter leiden letztlich die Schüler und auch die Lehrer.

Was stört die SVP ganz konkret?

Wir haben nichts dagegen, dass man gesamtschweizerische Leistungsziele für die einzelnen Schulstufen festlegt. Aber es stört uns, wenn man wie bei Harmos sagt, dass die Kinder mit vier in die Schule müssen und die Gemeinden verpflichtet sind, teure Tagesstrukturen bereitzustellen. Das führt weg vom eigentlichen Lehrauftrag, Bildung zu vermitteln.

Was bedeutet Bildung für Sie?

Die Grundfertigkeiten fürs Leben: Lesen, Schreiben und Rechnen. Und dass sich der Lehrer aufs Vermitteln des Stoffes konzentrieren kann und nicht zum Psychologen im Schulzimmer wird. Das heisst aber auch, dass wir Mühe mit integrativen Modellen haben, bei denen Schüler aller Leistungsstufen einfach in die gleiche Klasse gesteckt werden.

Sie stören sich auch an den vielen Teilzeitlehrern. Weshalb?

Da sind wir gleicher Meinung wie
die Lehrerverbände! Sogar die politischen Gegner müssen uns hier recht geben: Es braucht Klassenlehrer, an denen sich die Kinder orientieren können.

Wie werden Sie das Thema Schule in den Wahlkampf einbringen?

Wir richten das Bildungsthema nicht nach wahltaktischen Überlegungen aus. Aber Bildung ist eines unserer Kernthemen – und bekommt damit einen höheren Stellenwert im Wahlkampf. Wir werden neue Modelle wie den Lehrplan 21 bekämpfen, indem wir unsere eigenen Vorschläge einbringen.